Staatssekretärin prescht vor

"Wie Alkohol und Rauchen" – Warnung vor neuer Sucht

Nach einem US-Urteil pocht SP-Staatssekretärin Königsberger-Ludwig auf ein rasches Social-Media-Verbot für Jugendliche. Das Gesetz ist in der Pipeline
Angela Sellner
27.03.2026, 18:03
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Ein Urteil aus den USA zeigt jetzt die Brisanz des Themas Social Media und Jugendliche. Dort hat ein Gericht entschieden, dass Klagen gegen große Plattformen wie YouTube, Instagram und Facebook weitergeführt werden dürfen.

Klage von Eltern

Geklagt hatten unter anderem Eltern und Jugendliche, die den Plattformen vorwerfen, durch bestimmte Funktionen suchtähnliche Nutzung zu fördern. Dabei geht es nicht um Inhalte, sondern um das Design der Plattformen selbst. Endlos-Scrolling, Likes und Algorithmen stehen im Fokus.

Laut Gericht ist es plausibel, dass diese Mechanismen ein "gefährliches Produktdesign" darstellen könnten – und dass damit, ähnlich wie bei Tabak oder Medikamenten, grundsätzlich eine Haftung möglich ist.

„Kinder brauchen Schutz – wie bei Alkohol und Tabak.“
Ulrike Königsberger-LudwigKonsumentenschutz-Staatssekretärin (SPÖ)

Für Konsumentenschutz-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) ist das ein klarer Weckruf. "Plattformen tragen Verantwortung für ihre Wirkung auf Menschen. Wir sehen zunehmend Hinweise darauf, dass diese Systeme insbesondere für Jugendliche gesundheitliche Risiken mit sich bringen können", stellt sie klar.

Koalition bringt Gesetz

Das rückt die von der Regierung geplante Altersbeschränkung für Social Media in den Fokus. Wie am Freitag präsentiert, ist ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige geplant. Darum wurde seit Monaten gerungen – demnach soll ein entsprechender Gesetzesentwurf bis Ende Juni vorliegen – "Heute" berichtete.

Königsberger-Ludwig fordert jetzt explizit Tempo ein: "Wir dürfen nicht warten, bis sich die Probleme weiter verschärfen. Wenn wir wissen, dass diese Systeme gezielt Suchtmechanismen nutzen, dann müssen wir handeln."

Die Staatssekretärin erklärt: "Wir schützen Kinder und Jugendliche in vielen Bereichen – und das aus gutem Grund. Alkohol ist unter 18 verboten. Rauchen ist unter 18 verboten. Früher waren in Videotheken die Erwachsenenbereiche klar abgeschirmt. Warum? Weil wir wissen, dass junge Menschen Inhalte und Reize noch nicht vollständig einordnen können."

Neben regulatorischen Maßnahmen betont Königsberger-Ludwig auch die Bedeutung von Aufklärung: „Wir können nicht ins Wohnzimmer der Familien hineinregieren. Aber wir können informieren, aufklären und Bewusstsein schaffen. Und wir müssen dort klare Grenzen ziehen, wo Kinder sich selbst nicht schützen können."

{title && {title} } sea, {title && {title} } Akt. 27.03.2026, 18:52, 27.03.2026, 18:03
Jetzt E-Paper lesen