Ein Gerichtsprozess in Los Angeles könnte für die großen Social-Media-Konzerne weitreichende Folgen haben. Eine 20-jährige Frau klagte gegen Meta und Google, die Unternehmen hinter Facebook und YouTube.
Die junge Amerikanerin nutzte die Plattformen seit ihrer Kindheit. Sie leidet heute unter Depressionen und Angstzuständen, die sie auf ihre Social-Media-Nutzung zurückführt. Vor allem Funktionen wie das endlose Scrollen hätten sie süchtig gemacht.
Laut chip.de, das sich auf US-Medien beruft, kamen die Geschworenen zu dem Schluss, dass die Betreiber fahrlässig handelten. Sie hätten nicht ausreichend über die Risiken ihrer Dienste informiert.
Auch Meta-Chef Mark Zuckerberg wurde von den Geschworenen befragt. Er wies sämtliche Vorwürfe gegen den Konzern zurück. Das Urteil sieht vor, dass Meta 2,1 Millionen Dollar zahlen muss, YouTube kommt mit 900.000 Dollar davon.
Das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen. Google hat bereits angekündigt, in Berufung zu gehen. Die Begründung: YouTube gehöre nicht zu den sozialen Medien. Auch Meta will seine rechtlichen Möglichkeiten prüfen.
Sollte das Urteil Bestand haben, könnte es in den USA eine Welle an ähnlichen Klagen auslösen. Der Fall zeigt, dass Gerichte zunehmend bereit sind, Tech-Konzerne für potenzielle Suchtgefahren ihrer Plattformen haftbar zu machen.