Ein Verbot von TikTok, Snapchat, Instagram & Co für unter 14-Jährige rückt näher. Wie berichtet soll noch vor dem Sommer ein Gesetzesentwurf stehen. Fachleute finden: Das kann gar nicht schnell genug gehen. Denn was sich täglich auf den Smartphones abspielt, hinterlässt teils gravierende Spuren.
Stundenlanges Scrollen, immer neue Clips, immer neue Reize: Wie der "ORF" berichtet, zeigen viele Kinder laut Experten schon suchtähnliches Verhalten. Kliniken berichten von sehr jungen Patienten mit Essstörungen, ausgelöst durch unrealistische Schönheitsbilder von Insta & Co.
Kurosh Yazdi-Zorn, Vorstand der Psychiatrie am Linzer Kepler Klinikum, pocht auf eine zügige Umsetzung: "Wichtig ist, dass es schnell kommt. Wenn wir jetzt so lange diskutieren, dass noch 17 Jahre vergehen, bevor wir ein Verbot haben, dann macht das keinen Sinn." Ansonsten würde man "wieder eine Generation verlieren".
Problematisch seien bei Social Media übrigens nicht nur die Inhalte. Vor allem Kurzvideos würden das Gehirn unter Dauerstress setzen. Die Folge wird im Englischen schon als "brainrot" bezeichnet: Reifungsprozesse werden gestoppt, Aufmerksamkeit und Durchhaltevermögen leiden. Rein biologisch gesehen seien "die Menschen dann tatsächlich im späteren Alter im Reifegrad eines Zwölfjährigen", so Yazdi-Zorn.
Zumindest aktuell schaut es so aus, als wäre Österreich beim Verbot schon im Endspurt: Ist der Gesetzesentwurf bis Sommer fertig, könnte die Altersgrenze idealerweise mit Beginn des neuen Schuljahres im Herbst in Kraft treten. Konkret könnten Plattformbetreiber künftig strafrechtlich in die Pflicht genommen werden, wenn sie sich nicht an die Regeln halten.
Ob das Verbot letztlich bei 14 oder doch 15 Jahren liegen wird, ist noch offen. Klar ist aber: Die Regierung will nicht auf eine europaweite Lösung warten, sondern national handeln, um Kinder besser vor schädlichen Inhalten und Risiken zu schützen.