Längere Abende, volle Tische, mehr Umsatz: Die neue Linzer Gastgarten-Verordnung sorgt in der Innenstadt für gute Stimmung: Sie dürfen ab Mai eine Stunde länger – bis Mitternacht – offen haben. Bezirkswirtesprecher Michael Nell rät den Betrieben aber dringend, rasch aktiv zu werden – sonst könnte der Sommer ohne längere Öffnungszeiten vorbeigehen.
"Die Wirte finden das natürlich super", sagt Nell – selbst Hotelier und Wirt – gegenüber "Heute". "Genau da, wo es jetzt wirtschaftlich wichtig ist, bringt die eine Stunde schon viel." Besonders in der Innenstadt sei das ein echter Vorteil für die Gastronomie – und für die Belebung der Stadt.
Auslöser für die neue Regelung war laut dem Hotelier übrigens ein Unschöner: "Am Hauptplatz haben Kollegen Strafen bekommen" – dabei wussten viele gar nicht, dass sie um 23 Uhr zusperren müssen. Unterschiedliche Genehmigungen, unterschiedliche Sperrstunden – die Situation sei lange unklar gewesen.
Als er davon erfuhr, brachte Nell den Stein ins Rollen: Gemeinsam mit Stadt und Wirtschaftskammer wurde dann die neue Gastgarten-Verordnung ausgearbeitet. "Jetzt ist es klar geregelt", freut er sich.
Wichtig sei aber: Die Verlängerung kommt nicht automatisch. Auch wer bisher einen genehmigten Gastgarten hatte, muss neu ansuchen, wenn er bis 24 Uhr offenhalten will. Der Bezirkswirtesprecher appelliert an seine Kollegen, "dass sie den Antrag ausfüllen – dann geht es sich bis zum Sommer aus".
Die Erinnerung kommt nicht ohne Grund: Erst kürzlich habe Nell zwölf Wirte besucht – nur zwei hatten den Antrag schon fertig. Rund 300 Betriebe würden in der betroffenen Zone liegen, der Hotelier schätzt, dass zwischen 80 und 100 davon einen Gastgarten haben: "Alleine in der Herrenstraße sind wir schon vier."
Der Nachbarschutz bleibe ein zentrales Thema. Jeder Antrag wird einzeln geprüft, unter anderem auch beim Thema Lärm. Dabei wären Besucher in Gastgärten laut Nell aber ohnehin weniger ein Problem als z.B. Passanten, die in Parks feiern: "Der Gastronom schaut ja auch darauf, dass man ruhiger ist."