Backstage-Blick auf Umfrage

Geheime Zahlen: Wo Kickl abräumt, wer ÖVP stabil hält

Eine "Heute"-Umfrage sieht die FPÖ deutlich in Front. Während Kickl bei den Erwerbstätigen punktet, ist VP-Kanzler Stocker bei Pensionisten eine Bank.
Clemens Oistric
27.03.2026, 17:00
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Die große Polit-Umfrage von "Heute" zeigt – wie berichtet – eine tiefe Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Regierung: ÖVP, SPÖ und Neos kommen zu dritt auf nur noch 49 Prozent. Kickls FPÖ steht bei 35 Prozent. Das markiert den höchsten Wert, den Unique Research jemals für "Heute" bei der FPÖ erhoben hat.

Augenscheinlich auch: Die Bevölkerung wähnt Österreich auf dem falschen Weg. Mehr als die Hälfte der von Unique Research für "Heute" Befragten sieht das Land in die falsche Richtung gehen.

Nur Drittel sieht Land auf gutem Kurs

Lediglich Wähler der SPÖ (61 Prozent) und der ÖVP (59 Prozent) sind mehrheitlich der Meinung, dass sich die Dinge "alles in allem in die richtige Richtung" entwickeln. Am tiefsten ausgeprägt ist die Skepsis bei FPÖ-Sympathisanten: 87 Prozent von ihnen sehen eine negative Entwicklung.

Und sie stehen – wie der Blick auf die Rohdaten der Studie zeigt – fest hinter dem freiheitlichen Frontman. Herbert Kickl hat die höchste "Wähler-Behaltequote" im Polit-Feld. Heißt konkret: 84 Prozent der FPÖ-Wähler bei der Nationalratswahl 2024 halten ihm nach wie vor die Treue.

Video: Details der "Heute"-Umfrage

Christian Stocker kann 61 Prozent der Nehammer-Sympathisanten halten; die Babler-SPÖ würden lediglich 60 Prozent der roten Wähler von 2024 nochmals ankreuzen. Stark: Leonore Gewessler ist für sieben von zehn einstigen Kogler-Unterstützern wieder erste Wahl.

Spannende Details aus den Rohdaten:

  • Die FPÖ performt besonders stark bei Familien mit Kindern im Haushalt und bei den Erwerbstätigen (30-59 Jahre) – also jenen Menschen, die den Hauptteil der Steuerlast im Land schultern.
  • Eben jene Gruppe ist auch deutlich pessimistischer (65 Prozent der Befragten sehen eine negative Tendenz), was die Zukunft des Landes anlangt.
  • Die ÖVP räumt bei den Pensionisten ab. Mit 27 Prozent in den Rohdaten kann Stocker bei Über-60-Jährigen die FPÖ (20 Prozent) auf Distanz halten.
  • Die FPÖ ist im Süden eine Bank, die ÖVP hält den Westen. Wien wird zum Zweikampf Kickl (20 Prozent roh) und Babler (18 Prozent).
  • Kickls Wähler sind äußerst gefestigt: Während für 59 Prozent jener Menschen, die angeben, FPÖ wählen zu wollen, keine andere Partei in Frage kommt, droht der SPÖ noch Abgang Richtung Neos und Grüne. Die Pinken haben die volatilsten Sympathisanten.

Hajek: "Regierung nur noch Passagier"

Wie erklärt sich Experte Peter Hajek die insgesamt mindere Performance der Bundesregierung? "Nur Passagier" sei die Regierung laut Demoskop Hajek beim Iran-Krieg samt wirtschaftlichen Folgen: "Die Handlungsmöglichkeiten sind schwer eingeschränkt. Die politischen Rahmenbedingungen sind für die FPÖ wie gemacht."

Stocker zieht ÖVP, Babler bremst Rote

Könnte man den Bundeskanzler direkt wählen, würden sich 35 Prozent für Herbert Kickl entscheiden. Christian Stocker kommt bei der fiktiven Frage auf 26 Prozent – das ist mehr als die ÖVP, die in der Sonntagsfrage auf 22 Prozent hochgeschätzt wird.

Abgeschlagen auf Platz 3 liegt SPÖ-Chef Andreas Babler (15 Prozent) – der gebeutelten SPÖ würden immerhin noch 18 Prozent der Befragten ihre Stimme geben, wenn am Sonntag Nationalratswahlen wären.

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