Für fast 200 Passagiere endete die geplante Reise nach Marokko noch vor dem Abflug – sie durften gar nicht erst ins Flugzeug.
Am 14. April sollten 192 Fluggäste vom französischen Flughafen Châlons-Vatry nach Marrakesch fliegen. Doch dazu kam es nicht: Wegen Personalmangels beim Sicherheitsdienstleister Sécurus konnte der Betrieb nicht aufgenommen werden. Viele Mitarbeiter waren krankgemeldet, wodurch sowohl die Gepäckabfertigung als auch die Sicherheitskontrollen ausfielen.
Flughafendirektor Fabrice Pauquet schilderte die Situation so: "Als wir den Check-in öffneten, war kein Sicherheitsteam vor Ort. Wir riefen an, um nachzufragen, und erfuhren dabei, dass alle im Krankenstand waren."
Unter den Betroffenen war auch Pauline aus Châlons-en-Champagne. Sie wollte ihren Vater im Krankenhaus besuchen. Eine andere Passagierin, die zweifache Mutter Hakima, ist laut Bericht "am Boden zerstört" – sie hatte lange für die Reise gespart und kann sich keinen weiteren Urlaub leisten.
Unklar ist derzeit, ob die Passagiere ihr Geld zurückbekommen. Pauline wandte sich bereits an die Fluggesellschaft: "Man sagte uns, dass im Falle eines Streiks keine Entschädigung möglich sei. Aber es ist doch kein Streik." Laut Pauquet liege die Verantwortung für mögliche Rückerstattungen bei der Airline und nicht beim Flughafen.
Ryanair verwies auf Anfrage lediglich auf die Rückerstattungsrichtlinien auf der eigenen Website, während es vom Sicherheitsdienstleister Sécurus keine Stellungnahme gab.
Sécurus ist ein Anbieter von Flughafensicherheitsdiensten in Frankreich und beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 200 Mitarbeiter, unter anderem an Flughäfen in Paris, Nizza, Lyon, Marseille, Lille und Bordeaux. Ryanair wiederum führt täglich rund 3600 Flüge in 36 Ländern durch und verzeichnete zuletzt monatlich mehrere Millionen Passagiere.