Chaos am Flughafen

Passagiere "fielen in Ohnmacht" und "übergaben sich"

Am Flughafen Milano-Linate herrschten dramatische Szenen: Britische Reisende standen ewig in der Schlange, einige fielen sogar in Ohnmacht.
Newsdesk Heute
13.04.2026, 14:00
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Seit dem Brexit gelten für Gäste aus Großbritannien strengere Vorschriften, wenn sie in den Schengen-Raum einreisen wollen – dazu zählen auch die Schweiz und Österreich. Das neue Entry-Exit-System (EES) verlangt, dass von Reisenden aus Drittstaaten Fingerabdrücke und Fotos genommen werden. Wie "20 Minuten" berichtet, führte das am Wochenende zu unglaublichen Wartezeiten am Flughafen Milano-Linate.

Mit dem EES sollen illegale Einreisen und Aufenthaltsüberschreitungen besser erkannt werden. Statt einem Stempel im Pass werden jetzt biometrische Daten gespeichert. Doch die Umstellung sorgte vor allem in Mailand für ein echtes Chaos.

Laut der britischen Zeitung "Daily Mail" mussten bei einem Easyjet-Flug nach Manchester rund 100 Passagiere zurückbleiben, weil das Flugzeug nicht länger warten konnte. Eine Reisende, die es an Bord schaffte, erzählte, dass nur etwa 30 Leute im Flieger saßen.

Stundenlange Qualen – 20 Stunden am Flughafen

Die 17-jährige Kiera schilderte der BBC: "Wir kamen um 7.30 Uhr für unseren Flug um 11 Uhr an, also sehr früh. Als wir zur Grenzkontrolle kamen, gab es eine riesige Schlange." Ihr sei ohnehin schon schlecht gewesen: "Ich glaube, ich hatte eine Lebensmittelvergiftung", so Kiera. "Gegen 10.50 Uhr brachten sie Wasser für die Wartenden, und als wir endlich vorne ankamen, fragte uns jemand, ob wir nach Manchester fliegen – und sagte uns dann, dass unser Flug gerade abgeflogen sei." Die beiden mussten schlussendlich 20 Stunden auf den nächsten Flug warten.

Auch Vicky Chapman (26) aus Wirral war mit Kind und Partner betroffen. Sie erzählte dem "Liverpool Echo": "Wir waren mehr als früh genug am Flughafen und um 9.30 Uhr am Gate, aber uns wurde der Zugang durch die Passkontrolle komplett verweigert." Man habe ihnen gesagt, sie gelten als "nicht erschienen", weil sie nicht rechtzeitig am Gate waren – obwohl das nur an den Problemen bei der Passkontrolle lag.

"Wir wurden drei Stunden lang von einer Stelle zur nächsten geschickt, und niemand hat uns geholfen", klagte die Mutter. "Es war so heiß am Flughafen – Menschen mussten sich übergeben, einige waren kurz davor, ohnmächtig zu werden. Uns wurde gesagt, dass wir frühestens am Dienstag zurückfliegen können und nach Gatwick müssen. Wir mussten eine Airbnb-Unterkunft aus eigener Tasche zahlen."

Easyjet bittet um Entschuldigung

Easyjet erklärte gegenüber der "Daily Mail", dass man die Kundschaft schon vorab über das neue EES informiert und geraten habe, mehr Zeit einzuplanen. "Wir sind uns bewusst, dass einige Passagiere, die heute von Mailand-Linate abgereist sind, ungewöhnlich lange Wartezeiten an der Passkontrolle hatten", sagte eine Sprecherin der Fluglinie. "Wir haben alles getan, um die Auswirkungen der Warteschlangen zu minimieren, Flüge verzögert, um mehr Zeit zu ermöglichen, und kostenlose Umbuchungen für alle Kunden angeboten, die ihren Flug verpasst haben."

Die Sprecherin forderte die Grenzbehörden auf, während der Einführung des Systems alle Spielräume zu nutzen, um Verzögerungen zu vermeiden. "Obwohl dies außerhalb unserer Kontrolle liegt, entschuldigen wir uns für die Unannehmlichkeiten."

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