Schlafen mit Genickstarre

Vorsicht mit Nackenkissen auf Reisen – Expertin warnt

Viele reisen mittlerweile nur noch mit Nackenkissen. Doch wie gesund sind die Teile eigentlich wirklich? Worauf man dem Reise-Gadget achten soll.
Heute Life
14.05.2026, 10:01
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Der Kopf kippt langsam zur Seite, das Flugzeug brummt monoton im Hintergrund und eigentlich wollte man "nur kurz die Augen schließen". Stunden später wacht man mit steifem Nacken und ziehenden Schmerzen auf. Genau deshalb gehören Nackenkissen mittlerweile fast schon zur Standardausstattung auf Reisen. Ob im Flugzeug, Zug oder Fernbus – kaum ein Reiseaccessoire wird so oft gekauft. Doch wie sinnvoll sind die beliebten Kissen tatsächlich?

Warum der Nacken auf Reisen so schnell schmerzt

Langes Sitzen ist für den Körper ohnehin anstrengend – schlafen im Sitzen erst recht. Sobald wir einschlafen, entspannt sich die Muskulatur. Genau dann fehlt der Halswirbelsäule plötzlich die natürliche Stabilisierung.

Orthopädin Ricarda Seemann erklärt gegenüber "Öko Test": "Denn schläft man ein, entspannt sich auch die Muskulatur – kippt der Kopf, unterstützen die Muskeln die Halswirbelsäule nicht mehr so gut wie sonst. Das sorgt für Schmerzen." Vor allem im Flugzeug oder Fernbus sackt der Kopf dadurch oft unkontrolliert nach vorne oder zur Seite ab.

Können Nackenkissen wirklich helfen?

Die kurze Antwort der Expertin: ja. Ganz nutzlos seien die Kissen definitiv nicht. "Wenn man in einer eigentlich unbequemen Position sitzt, sorgen sie dafür, dass der Nacken und die Halswirbelsäule nicht in eine zu unnatürliche Haltung geraten und damit Spannungskräften ausgesetzt sind", so Seemann. Das Kissen könne den Kopf stabilisieren und damit zumindest verhindern, dass der Nacken völlig überlastet wird.

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Worauf man beim Kauf achten sollte

Wer regelmäßig reist, sollte beim Kauf allerdings genauer hinschauen. Denn nicht jedes Nackenkissen unterstützt den Hals wirklich sinnvoll. "Ich würde auf ein weiches, aber dennoch festes Material achten", erklärt die Orthopädin. Modelle aus sehr hartem Schaumstoff seien weniger ideal: "Denn damit bringt man den Hals wieder in eine Zwangshaltung."

Auch die Größe sei entscheidend. Laut Seemann sollte der Kopf möglichst rasch Kontakt zum Kissen haben. "Wenn bei gerader Haltung ein bis zwei Fingerbreit Platz zwischen Kopf und Kissen sind, dürfte das eine gute Größe sein."

Sind aufblasbare Reisekissen sinnvoll?

Vor allem kleine aufblasbare Nackenkissen landen oft spontan im Reisegepäck. Ganz schlecht seien diese Modelle zwar nicht; optimal aber auch nicht unbedingt: "Wenn man nichts anderes zur Hand hat, funktioniert das natürlich auch", verrät die Ärztin im "Öko Test"-Interview. Wer jedoch häufiger unterwegs sei, investiere besser in ein hochwertigeres Modell. Denn gerade günstige Reisekissen bieten oft weniger Stabilität und verrutschen schneller.

Es geht theoretisch auch ohne

Interessant ist: Eigentlich braucht es gar kein spezielles Reisekissen. Laut der Expertin kann man den Kopf auch mit anderen Dingen stabilisieren.

"Ein normales Kissen oder ein zusammengerollter Pullover tun es schon auch mal", erklärt Seemann. Der Vorteil klassischer Nackenkissen liege aber darin, "weil sie ihre Form schon haben und behalten. Man muss sie nicht erst zurecht klopfen."

So praktisch Nackenkissen auch sein mögen – ein echter Ersatz für ein Bett seien sie nicht. Schlaf im Sitzen bleibe für den Körper meist anstrengend. Deshalb hat die Orthopädin am Ende sogar einen ganz anderen Rat für Reisende: "Statt unterwegs zu schlafen, lieber die Reise auf zwei Tage ausdehnen."

Eine Pause mit richtiger Übernachtung sei für den Körper oft deutlich angenehmer als stundenlanges Dösen mit Nackenkissen im Sitzen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 14.05.2026, 10:01
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