Im Ringen um ein Ende vom Iran-Krieg gibt es weiterhin keinen Durchbruch. US-Präsident Donald Trump hat am Samstag (Ortszeit) mit Blick auf einen weiteren Verhandlungsvorschlag aus Teheran erklärt, er könne sich "nicht vorstellen, dass er annehmbar wäre". Eine Wiederaufnahme vom Krieg bezeichnete er als "Option". Die Revolutionsgarden meinen, die USA hätten die Wahl zwischen einem "unmöglichen" Militäreinsatz oder einem "schlechten Deal" mit der Islamischen Republik.
Seit Inkrafttreten einer Waffenruhe Anfang April geht bei den Bemühungen um ein Ende vom Konflikt nichts weiter. Gut zwei Monate nach Beginn vom Iran-Krieg wächst die Sorge, dass es wieder zu einer Eskalation kommen könnte. Trump hat am Samstag auf seinem Onlinedienst Truth Social angekündigt, er werde den jüngsten Vorschlag vom Iran "bald prüfen". Gleichzeitig zeigt er sich skeptisch "angesichts dessen, dass der Iran noch keinen ausreichend hohen Preis für das bezahlt hat, was er der Menschheit und der Welt in den vergangenen 47 Jahren angetan hat".
Laut dem US-Nachrichtenportal "Axios" und zwei Quellen aus dem Umfeld hat Teheran eine einmonatige Frist für eine Einigung gesetzt. Es geht dabei um die Öffnung der Straße von Hormus, das Ende der US-Blockade iranischer Häfen und eine endgültige Beendigung der Kriege im Iran sowie im Libanon. Auch die iranische Nachrichtenagentur spricht von einer 30-tägigen Frist. Erst am Vortag hat Trump einen neuen Verhandlungsvorschlag aus Teheran abgelehnt. Laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna wurde der Vorschlag an den Vermittler Pakistan übermittelt. "Im Moment bin ich nicht zufrieden mit ihrem Angebot", sagte Trump am Freitag.
Trump hat zwar die Ende Februar begonnenen Kampfhandlungen der Vereinigten Staaten und Israels gegen die Islamische Republik in einem Schreiben an den US-Kongress am Freitag für "beendet" erklärt. Vor Journalisten betonte er aber auch, dass eine Wiederaufnahme vom Krieg für ihn "eine Option" bleibt. Auch Israel könnte womöglich bald wieder militärisch gegen den Iran vorgehen, wie Verteidigungsminister Israel Katz am Donnerstag angekündigt hat. Der Geheimdienst der Revolutionsgarden erklärte laut einer am Sonntag vom Staatsfernsehen verbreiteten Mitteilung, der Handlungsspielraum der USA habe sich "verringert". Die Vereinigten Staaten müssten sich jetzt "entscheiden".
Mohsen Resai, der frühere Oberbefehlshaber der Revolutionsgarden, der im März zum Militärberater vom neuen Obersten Führer Modschtaba Chamenei ernannt wurde, drohte im Onlinedienst X, die USA müssten sich darauf gefasst machen, ihre Flugzeugträger und Streitkräfte "auf dem Friedhof enden zu sehen". Irans Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi sagte am Samstag, der Ball liege "im Feld der USA". Washington müsse sich zwischen Diplomatie oder der Fortführung eines "konfliktorientierten Ansatzes" entscheiden. Der Iran sei zur Sicherung seiner nationalen Interessen "zu beiden Optionen bereit".
Mohammed Dschafar Assadi vom zentralen iranischen Militärkommando Chamat al-Anbija hält einen erneuten Konflikt mit den USA für "wahrscheinlich". Die iranische Nachrichtenagentur Fars zitiert ihn am Samstag mit den Worten, es gebe Anzeichen dafür, dass die USA sich in der Waffenruhe "nicht an Versprechen oder Vereinbarungen halten". Der Iran-Krieg hat am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen. Teheran hat darauf mit Angriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion reagiert.
Das iranische Militär hat außerdem die für Öl- und Flüssiggastransporte wichtige Straße von Hormus weitgehend gesperrt. Der Ölpreis ist dadurch steil angestiegen. Die USA blockieren im Gegenzug iranische Häfen. "Wir sind wie Piraten" sagte Trump am Freitag bei einer Kundgebung in Florida, als er das Vorgehen der US-Marine beschrieb, die im Zuge der Hafenblockade ein Schiff aufbrachte. "Wir haben die Ladung, das Öl übernommen", sagte Trump vor jubelnden Anhängern. "Es ist ein sehr ertragreiches Geschäft."
Das iranische Parlament arbeitet inzwischen an einem Gesetz, um die Straße von Hormus unter die volle Kontrolle der Streitkräfte zu stellen. Laut dem stellvertretenden Parlamentspräsidenten Ali Niksad sind Durchfahrtsgebühren und ein striktes Verbot für Schiffe mit Bezug zu Israel geplant. Die USA haben am Freitag neue Sanktionen gegen drei iranische Devisenhandelsunternehmen verhängt. Das US-Finanzministerium warnt außerdem Schiffseigentümer davor, der iranischen Seite eine "Maut" für die Passage durch die Straße von Hormus zu zahlen. Das könne ebenfalls zu Sanktionen führen.