Trotz Blockade

Putin-Freund durchquert mit Jacht Straße von Hormus

Vor der Küste des Oman ankert derzeit eine der größten Jachten der Welt – und ihre jüngste Route wirft Fragen auf.
Newsdesk Heute
27.04.2026, 09:59
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Wie CNN unter Berufung auf Daten des Schifffahrtsdienstes MarineTraffic berichtet, konnte die Megajacht "Nord" eine strategisch besonders sensible Meerenge passieren. Das 142 Meter lange Schiff soll am Freitag in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) abgelegt haben und anschließend Kurs über die iranische Insel Larak genommen haben. Diese Insel wird von den iranischen Revolutionsgarden (IRGC) zur Kontrolle des Zugangs zur Meerenge genutzt.

Brisant ist auch der Hintergrund des mutmaßlichen Besitzers: Alexej Mordaschow gilt als enger Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin und steht seit dem russischen Angriff auf die Ukraine auf Sanktionslisten der USA, Großbritanniens und der Europäischen Union.

Warum sowohl iranische als auch US-amerikanische Kräfte die Passage dieses Schiffes zugelassen haben, bleibt unklar. Nach Angriffen der USA und Israels auf den Iran hatte das Regime in Teheran den wichtigen Seeweg blockiert und wiederholt Schiffe attackiert. Die Vereinigten Staaten wiederum verhängten Mitte April eine eigene Blockade der Straße von Hormuz, die sich gegen Schiffe richtet, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Ex-US-Präsident Donald Trump will Teheran damit von wichtigen Einnahmen abschneiden.

Auch sanktionierte Tanker durchqueren Straße

Trotz dieser angespannten Lage sind zuletzt mehrere Schiffe durch die blockierte Passage gelangt. Laut dem Datenanbieter Vortexa durchquerten zwischen 13. und 21. April insgesamt 34 sanktionierte Tanker oder Schiffe mit Iran-Bezug das Gebiet der US-Seeblockade. Auch Lloyd’s List Intelligence kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Bis Montag hätten mindestens 26 Schiffe der sogenannten Schattenflotte die Blockade passiert.

Der maritime Softwareanbieter AXSMarine sieht weiterhin einen Großteil des Verkehrs in der Straße von Hormuz bei Betreibern, die sanktioniert sind oder über schwer nachvollziehbare Eigentumsstrukturen verfügen. Iranische Medien berichteten zudem wiederholt, dass eigene Schiffe die US-Blockade durchfahren hätten – unabhängig bestätigen lassen sich diese Angaben bislang jedoch nicht.

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