Die USA können laut dem Iran anderen Ländern ihre Politik nicht mehr "diktieren". Washington müsse akzeptieren, dass es seine "illegalen und irrationalen Forderungen aufzugeben" habe, sagte Reza Talaei-Nik, der Sprecher des iranischen Verteidigungsministeriums, am Dienstag laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens. Teheran hat Washington davor einen Vorschlag geschickt, wie die Blockade der Straße von Hormus aufgehoben werden könnte.
Talaei-Nik äußerte sich kurz vor einem Treffen der Verteidigungsminister der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ). Er betonte, der Iran sei bereit, "seine Fähigkeiten in der militärischen Verteidigung mit unabhängigen Ländern zu teilen", vor allem mit den Mitgliedern der SOZ.
Zur SOZ gehören China, Belarus, Indien, der Iran, Pakistan, Russland und vier zentralasiatische Staaten. Weitere 16 Länder sind als Beobachter oder "Dialogpartner" dabei. China und Russland nutzen die Organisation, um ihre Beziehungen zu den zentralasiatischen Staaten zu stärken. Ziel ist es, ein Gegengewicht zu westlichen Zusammenschlüssen wie der Nato zu schaffen.
US-Medien berichten, dass der Iran die Blockade der wichtigen Meerenge aufheben möchte, wenn die USA im Gegenzug ihre Blockade der iranischen Häfen beenden. Erst danach will Teheran über weitere Themen wie das iranische Atomprogramm sprechen.
Der Iran-Krieg hat am 28. Februar mit Luftangriffen der USA und Israels begonnen. Als Antwort hat das iranische Militär die Straße von Hormus praktisch gesperrt. Durch diese Meerenge werden normalerweise etwa 20 Prozent des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports abgewickelt. Das hat die Energiepreise weltweit in die Höhe getrieben. Später hat das US-Militär die Durchfahrt für iranische Schiffe blockiert. Bisherige Versuche, unter Vermittlung Pakistans eine dauerhafte Friedenslösung zu finden, sind gescheitert.