Die HPV-Impfung ist längst nicht nur Frauensache. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass die Impfung gegen humane Papillomviren auch junge Männer deutlich besser vor Krebs schützt als bisher angenommen.
Die Studie verglich Gesundheitsdaten von mehr als 600.000 geimpften und 200.000 ungeimpften Jungen und Männern zwischen 9 und 26 Jahren über einen Zeitraum von zehn Jahren.
Das Ergebnis ist beeindruckend, wie spektrum.de berichtet: Geimpfte hatten ein um 46 Prozent geringeres Risiko, an einem HPV-bedingten Krebs zu erkranken.
In Deutschland erkranken jährlich rund 10.000 Menschen an HPV-assoziiertem Krebs. Etwa 3.000 davon sind Männer, die vor allem an Rachen-, Anal- oder Peniskrebs leiden.
Die Impfquote bei Buben hinkt allerdings noch hinterher: Im Jahr 2024 waren nur 36 Prozent der 15-jährigen Burschen vollständig geimpft, während es bei Mädchen immerhin 55 Prozent waren.
Die Ständige Impfkommission empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen und Buben im Alter von 9 bis 14 Jahren. In diesem Alter wirkt sie am besten.
Das Virus wird meist beim Geschlechtsverkehr übertragen. Bei rund 90 Prozent der Betroffenen heilt die Infektion von selbst aus. Bei zehn Prozent wird sie allerdings chronisch und kann dann Krebs verursachen.
Bemerkenswert: Der Schutzeffekt zeigt sich bereits bei jungen Männern, obwohl HPV-bedingte Tumoren bei Männern typischerweise erst zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auftreten.