Zwischen Pflege und Reiz

"Face Brushing" statt Gua Sha? Wiener Ärztin klärt auf

Viele Influencer und TikTok-User setzen jetzt auf einen neuen Beauty-Trick für bessere Haut. Eine Expertin warnt vor falschen Erwartungen.
Artiola  Zhabota
16.04.2026, 12:11
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Ein paar sanfte Bewegungen, eine Bürste, ein bisschen Zeit – und plötzlich soll die Haut straffer, frischer und jugendlicher wirken. Auf TikTok feiern Beauty-Fans derzeit einen neuen Trend: "Face Brushing". Die Methode wird als einfache Alternative zu Gua Sha gehypt. Doch was steckt wirklich dahinter? Eine Wiener Hautärztin bringt jetzt Klarheit.

Der neueste Glow-Trend

"Face Brushing" klingt erstmal nach einer kleinen Beauty-Revolution – tatsächlich ist die Methode aber keine echte Neuerfindung: "Im Prinzip handelt es sich um eine Übertragung des klassischen 'Dry Brushing' vom Körper auf das Gesicht", erklärt Hautärztin Amanda Zbyszewski gegenüber "Heute". Ziel ist es, durch sanfte Reize die Durchblutung anzukurbeln und den Lymphfluss zu unterstützen.

Das Ergebnis: Die Haut kann kurzfristig frischer wirken, Schwellungen gehen leicht zurück – ein Effekt, der vor allem am Morgen sichtbar sein kann.

Straffere Haut – oder nur ein kurzer Effekt?

Viele im Netz schwören darauf, dass "Face Brushing" die Haut straffer macht. Doch hier bremst die Derma-Expertin die Erwartungen: "Was als Straffung wahrgenommen wird, ist meist nur ein kurzfristiger Effekt." Die Haut wirkt durch die bessere Durchblutung glatter und praller – allerdings nur für einige Stunden.

Für echte, nachhaltige Ergebnisse braucht es mehr: "Strukturelle Veränderungen wie Kollagenaufbau erreicht man damit nicht."

Vorsicht bei Unreinheiten

Auch bei fahler Haut kann die Methode kurzfristig helfen. Abgestorbene Hautschüppchen werden entfernt, der Teint wirkt ebenmäßiger. Doch bei Hautproblemen ist Vorsicht angesagt: "Zu starke mechanische Reizung kann die Hautbarriere stören und Entzündungen sogar verstärken", warnt die Wiener Dermatologin im "Heute"-Interview.

Gerade bei Akne, Rosazea oder sehr empfindlicher Haut kann sich das Hautbild durch "Face Brushing" sogar verschlechtern.

Für wen ist die Methode geeignet?

Nicht jede Haut profitiert gleichermaßen. Besonders geeignet ist "Face Brushing" für Menschen mit eher robuster, unempfindlicher Haut, die zu einem fahlen Teint neigt.

Amanda Zbyszewski ist Fachärztin für Dermatologie und Ästhetik. Die Wiener Dermatologin betreibt ihre eigene Ordination im 5. Wiener Bezirk.
DermAZ

Wichtig ist dabei die richtige Anwendung:

  • maximal einmal pro Woche
  • nur mit sehr weichen, hochwertigen Bürsten
  • danach die Haut gut mit Feuchtigkeit und Lipiden pflegen

Auch die Hygiene spielt eine große Rolle: Die Bürste sollte nach jeder Anwendung gründlich gereinigt werden.

Gua Sha bleibt die bessere Wahl

Und wie schlägt sich "Face Brushing" im Vergleich zum beliebten Gua Sha? Für Zbyszewski ist die Antwort klar: "Wenn ich mich entscheiden müsste, dann klar für Gua Sha." Der Grund: Die Technik arbeitet mit sanften, gleitenden Bewegungen und ist deutlich schonender für die Haut.

Beide Methoden haben zwar ähnliche Effekte, wie eine leichte Abschwellung und bessere Durchblutung, doch langfristige Veränderungen bleiben aus.

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