Essens-Trend auf Social Media

Skurriler Snack – TikTok-User essen jetzt Tontöpfe

Der nächste Food-Trend sorgt für Schock auf Social Media: Immer mehr Menschen essen jetzt Blumentöpfe auf TikTok. Wieso das gefährlich ist.
Heute Life
14.04.2026, 15:13
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Ein Scroll, ein Video – und plötzlich sitzt jemand vor der Kamera und beißt genüsslich in einen Mini-Blumentopf. Was wie ein schlechter Scherz klingt, ist auf TikTok gerade bitterer Ernst. Immer extremer werden Food-Trends auf Social Media, immer häufiger verschwimmen die Grenzen zwischen Unterhaltung und Risiko. Doch dieser neue Snack sorgt selbst bei Experten für Kopfschütteln.

"Mädel, das ist verdammt noch mal Ton"

Food-Trends gehören längst zum Alltag auf Plattformen wie TikTok. Von kuriosen Rezepten bis hin zu fragwürdigen "Wundermitteln" ist alles dabei. Doch während viele Trends harmlos bleiben, geht dieser deutlich weiter.

In einem viralen Video stillt Janeth Herrera ihren ungewöhnlichen Heißhunger: Sie würzt einen kleinen Blumentopf, beträufelt ihn mit Limettensaft – und isst ihn schließlich vor laufender Kamera. Ihr Fazit: "Man, war das lecker."

Die Reaktionen in den Kommentaren? Einige zeigen sich neugierig, andere schlagen Alarm: "Mädel, das ist verdammt noch mal Ton", schreibt eine Userin. Eine andere Nutzerin fragt hingegen, wo sie die Mini-Blumentöpfe kaufen kann.

Echtes Phänomen

Was viele als skurrilen Trend abtun, hat laut Fachleuten einen ernsten Hintergrund: "Das Verlangen nach nicht essbaren Substanzen wie Ton wird als Pica-Syndrom bezeichnet", betont Ernährungsberaterin Amy Shapiro gegenüber der "New York Post".

Dabei handelt es sich um eine Essstörung, die häufig mit Nährstoffmängeln zusammenhängt – etwa Eisenmangel. Besonders während der Schwangerschaft kann dieses Verlangen auftreten. Shapiro betont: "Eine umfassende Untersuchung ist oft sinnvoll", da Standardtests nicht immer alle Ursachen erkennen.

Gefährlicher Mythos statt gesunder Trend

Ein Grund, warum der Trend Nachahmer findet: Ton wird online oft als mineralstoffreich beworben. Doch genau hier liegt das Problem. Psychiaterin Alison Hermann stellt klar: "Ton ist keine sinnvolle oder verlässliche Nährstoffquelle", erklärt sie im "New York Post"-Interview. Die enthaltenen Mineralstoffe können vom Körper kaum aufgenommen werden. Auch die oft beworbene "Entgiftung" ist wissenschaftlich nicht belegt. Stattdessen drohen ernsthafte Risiken.

Gewaltiges Gesundheitsrisiko

Der Verzehr von Ton kann weitreichende Folgen haben. Laut Experten ist er schwer verdaulich und kann sich im Magen-Darm-Trakt ablagern: "Das erhöht das Risiko für Verstopfung oder sogar einen Darmverschluss", warnt Shapiro.

Hinzu kommen mögliche Zahnschäden durch harte Keramik sowie das Risiko von Schadstoffen. Denn selbst als "essbar" deklarierter Ton kann mit Schwermetallen oder anderen Verunreinigungen belastet sein.

Alter Brauch

Ganz neu ist das Phänomen allerdings nicht. Das sogenannte "Geophagia", das Essen von Erde oder Ton, hat in verschiedenen Kulturen eine lange Tradition.

In Mexiko etwa wurden sogenannte Búcaros nicht nur als Gefäße genutzt, sondern auch verzehrt. Man versprach sich davon gesundheitliche Vorteile – von besserer Verdauung bis hin zu Schutz vor Krankheiten.

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