Plötzlich gesund - und das ohne Untersuchung: Ein 54-Jähriger aus Ulrichsberg traute seinen Ohren kaum, als er erfuhr, dass seine Arbeitsunfähigkeit längst ausgelaufen war – darüber berichtet am Montag die "Kronen Zeitung".
Der Mann leidet seit einem Arbeitsunfall an einem kranken Vorfuß, ist regelmäßig in Spitalsbehandlung und kämpft mit starken Schmerzen. "Am 30. April wird mein Fuß eingesteift – doch die ÖGK hat mich ohne Untersuchung gesundgeschrieben, darüber aber nicht informiert", erklärte der 54-Jährige gegenüber der Tageszeitung.
Ans Licht kam der Fall nur durch einen Zufall. Eine Bekannte wollte für ihn Medikamente aus der Apotheke holen, dort fiel auf: Der Mann ist gar nicht mehr im Krankenstand gemeldet. Für den Betroffenen völlig unverständlich, schließlich galt er über Jahre als arbeitsunfähig, heißt es in dem Bericht weiter.
Bei der ÖGK-Servicestelle wurde die Info schließlich bestätigt: Die Arbeitsunfähigkeit war bereits am 21. Februar ausgelaufen. "Das hätte mir doch jemand sagen und mich zuvor begutachten müssen", ärgert sich der Mann in der "Krone".
Der Lagerarbeiter, der während seines Krankenstands gekündigt worden war, bekam es mit der Angst zu tun. Er befürchtete, nicht mehr krankenversichert zu sein - und womöglich selbst für Spitalskosten aufkommen zu müssen.
"Ich war in der Zwischenzeit wieder im Spital. Was ist, wenn ich die Behandlungskosten verrechnet bekomme? Dann wäre ich finanziell ruiniert, stünde auf der Straße", erzählt der Mann der Tageszeitung.
Die Aufklärung brachte schließlich Entwarnung. Laut ÖGK hatte der Mann im Februar Befunde abgegeben, danach wurde seine Arbeitsunfähigkeit befristet. Eine Verständigung sei per Post verschickt worden. "Es wurde per Post übermittelt", stellt die ÖGK gegenüber der "Krone" klar. Warum sie ihn nicht erreicht hat, ist unklar.
Bei einem persönlichen Termin wurde der Fall neu bewertet. Ergebnis: Der 54-Jährige war durchgehend arbeitsunfähig - und damit auch die ganze Zeit versichert. "Ich bin extrem erleichtert", so der Mühlviertler.