Mit großer Spannung beobachteten viele Autolenker die Mittagszeit am Freitag: In welche Richtung werden sich die Spritpreise bewegen? Denn die Vorzeichen waren absolut nicht deutlich.
Einerseits sollten am Freitag neue Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran unter Vermittlung Pakistans starten. Das könnte die Preise drücken. Andererseits dominiert heftiges Säbelrasseln auf den politischen Bühnen der Kriegsgegner – das spricht für ein Ansteigen des Ölpreises.
Am Donnerstag gab es noch große Hoffnung, die Preise sanken – teilweise sogar unter 2 Euro.
Ein Lokalaugenschein in Wien am Freitag noch vor 12 Uhr (Montag, Mittwoch und Freitag dürfen die Betriebe um diese Uhrzeit Preise erhöhen, sonst nicht) zeigte: Diesel-Preise nähern sich wieder der 2-Euro-Marke. Lange Zeit lagen sie sehr deutlich darüber.

Etwa in Wien-Wieden, da gab es Diesel um 2,01 Euro auf der Margaretenstraße (Turmöl). Oder bei Shell auf der Heiligenstädter Straße, da zahlten Lenker 2,049 Euro für Diesel und 1,739 für Super.
Und dann um 12 Uhr der Moment der Wahrheit. Die Anzeige der Shell Tankstelle in Wien-Döbling veränderte sich und sprang auf 2,169 Euro pro Liter Diesel – das sind gleich um 12 Cent mehr!
Die Anzeige für Super stoppte bei 1,779, kletterte also um nur 4 Cent.
Somit scheint zumindest für den Moment klar: Der Pessimismus in Bezug auf die Lage in Nahost hat sich durchgesetzt.