Haus wird zum Hotel

"Lärm, Müll, Fremde": Mieter klagen über Airbnb im Haus

Ein Wohnhaus am Franz-Josefs-Kai wird schrittweise zum Airbnb-Hotspot. "Wir leiden", sagen die Mieter. Unterstützung bekommen sie von den Grünen Wien.
Hannah  Maier
10.04.2026, 05:30
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Am Franz-Josefs-Kai 39 (1. Bezirk) kämpfen die Mieter gegen Touristen. Von rund 28 Wohnungen sind bereits sechs in Airbnbs umgewandelt worden. Der Auslöser war vor rund drei Jahren als das Haus verkauft wurde, erzählen die Bewohner. Leerstehende Wohnungen werden seitdem an Touristen vergeben.

Ein Antrag auf gewerbliche Beherbergung wurde eingebracht. "Gegenüber dem Magistrat wurden falsche Angaben gemacht", schildert eine Bewohnerin. Daher kämpfen die Mieter nun sogar vor Gericht.

Bewohner klagen über viele Probleme

Ein Lokalaugenschein vor Ort zeigt: Dutzende Schlüsselboxen beim Eingang, Wegweiser zu den Appartements im Stiegenhaus, eine Reinigungskraft die gerade drei Taschen voller Bettzeug und Handtücher ins Haus bringt und eine fünfköpfige Familie, die mit Koffern und Gepäck das Haus verlässt.

"Viele Gäste lassen die Tür offen oder blockieren sie. Hin und wieder kommt es daher vor, dass sich Obdachlose im Stiegenhaus befinden", schildert eine Bewohnerin. Zudem kämpfe man mit Problemen wie Lärm und herumliegendem Müll; Licht brennt Tag und Nacht. "Denen ist es natürlich egal, die sind nur kurz hier", sagt ein Mieter.

14.000 Wohnungen auf Airbnb

Mindestens 14.000 Wiener Wohnungen werden auf Airbnb dauerhaft als Tourismus-Appartements genutzt – dem regulären Wohnungsmarkt entzogen. Allein 2025 leitete die Baupolizei 305 Verfahren zur Umwandlung in Tourismusappartements ein, davon 21 im 1. Bezirk – vielfach betrifft das ganze Zinshäuser mit zahlreichen Wohnungen. 132 der Fälle sind bereits bewilligt.

Georg Prack, Wohnbausprecher der Wiener Grünen spricht von "Wohnraub im großen Stil". Man müsse den Wienern ihren Wohnraum wieder zurückgeben. "Wohnungen sind keine Hotelzimmer", stellt auch Parteivorsitzende Judith Pühringer klar.

Grüne präsentieren Lösungsvorschläge

Die Grünen machen Vorschläge, um die Probleme zu lösen: Ausnahmebewilligungen für kurzfristige gewerbliche Vermietung sollen generell gestrichen werden – innerhalb wie außerhalb von Wohnzonen. Möglich bleiben soll lediglich die zeitlich begrenzte private Vermietung von bis zu 90 Tagen pro Jahr, ohne Aufgabe des Hauptwohnsitzes.

Darüber hinaus wollen die Grünen Umwidmungen in Beherbergungsstätten grundsätzlich unterbinden und eine bestehende Gesetzeslücke in der Bauordnung schließen. Künftig soll die Umwandlung nur mehr dann erlaubt sein, wenn sie in den Bebauungsbestimmungen ausdrücklich vorgesehen ist.

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