Die umstrittene Lueger-Statue sorgt in Wien erneut für heftige Diskussionen. Während das Denkmal derzeit restauriert wird, wächst der Widerstand gegen seine Rückkehr. Aktivisten rufen für den 13. April zur Demo am Dr.-Karl-Lueger-Platz auf – und machen klar: Die Statue soll nicht mehr zurückkommen.
Für viele geht die Forderung noch weiter. Sie wollen das Denkmal nicht nur verhindern, sondern grundsätzlich entfernen. Der Sockel soll leer bleiben, die Statue dauerhaft verschwinden.
Karl Lueger war Bürgermeister von Wien – gleichzeitig ist seine Person bis heute wegen offen antisemitischer Aussagen massiv umstritten. Historiker sehen in ihm einen zentralen Vertreter des politischen Antisemitismus, der weit über seine Zeit hinauswirkte.
Besonders brisant: Adolf Hitler erwähnte Karl Lueger in "Mein Kampf", seinem ideologischen Grundlagenwerk, und stellte ihn als erfolgreichen Politiker dar, der mit antisemitischer Rhetorik breite Massen erreichte. Für viele Kritiker ist das ein klarer Grund, warum eine solche Figur heute nicht mehr mit einer Statue im öffentlichen Raum geehrt werden sollte.
Die Veranstalter der Demo argumentieren, dass ein ernst gemeinter Kampf gegen Antisemitismus auch Konsequenzen haben müsse. "Keine Denkmäler mehr für Antisemiten", lautet die klare Botschaft.
Stattdessen soll der Platz neu gedacht werden – als Ort für Demokratie, Vielfalt und ein modernes Verständnis von Erinnerungskultur. Die Statue stehe dem aus Sicht der Kritiker im Weg.
Das Denkmal ist aktuell abgebaut und wird umfassend restauriert. Geplant ist, die Statue künftig leicht schräg zu stellen - konkret um 3,5 Grad zu kippen. Damit soll die umstrittene Geschichte sichtbar gemacht werden. Die Umsetzung ist technisch aufwendig und soll noch 2026 erfolgen. Neben der "Schieflage" wird das Denkmal auch gereinigt und beschädigte Teile werden erneuert. Insgesamt sind dafür rund 500.000 Euro eingeplant.
Die Kundgebung findet bewusst am 13. April statt – dem Jahrestag der Befreiung Wiens vom NS-Regime. Geplant sind Redebeiträge, Diskussionen und Aktionen direkt am Platz. Die Debatte um die Lueger-Statue zeigt, wie emotional und aufgeladen der Umgang mit der Vergangenheit noch immer ist – und dass der Streit in Wien weitergehen wird.