"Meat Exhaustion Day"

Fleisch-Alarm! Österreich hat Jahresration aufgegessen

Österreich hat laut VIER PFOTEN bereits jetzt die empfohlene Fleischmenge für das ganze Jahr aufgegessen – mit Folgen für Klima, Gesundheit und Tiere.
Heute Life
13.04.2026, 11:45
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Bereits am 14. April ist es so weit: Mit dem sogenannten "Meat Exhaustion Day" (zu Deutsch: Fleisch-Erschöpfungstag) hat Österreich rechnerisch jene Fleischmenge konsumiert, die aus wissenschaftlicher Sicht für ein ganzes Jahr empfohlen wäre. Darauf macht die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN aufmerksam – und warnt vor den weitreichenden Folgen für Gesundheit, Umwelt und Tierwohl.

Grundlage der Berechnung sind Empfehlungen der internationalen Eat-Lancet-Kommission. Diese rät zu einem jährlichen Fleischkonsum von maximal 16,4 Kilogramm pro Kopf. In Österreich liegt der tatsächliche Verbrauch jedoch bei rund 58 Kilogramm – mehr als das Dreifache der empfohlenen Menge.

Sieben Schnitzel statt zwei

Besonders anschaulich wird der Unterschied beim Blick auf den Alltag: Statt rund sieben Schnitzeln pro Woche wären laut Empfehlung nur etwa zwei angebracht. Das entspricht einer notwendigen Reduktion um mehr als 70 Prozent.

Der Fleischkonsum in Österreich entspricht 7,4 Schnitzeln in der Woche - pro Person.
Vier Pfoten

Für die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN ist klar: "Eigentlich müssten alle Alarmglocken schrillen", warnt Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck. Österreich liege nicht nur weit über den Empfehlungen, sondern esse auch fast doppelt so viel Fleisch wie der weltweite Durchschnitt. Der hohe Konsum habe gravierende Konsequenzen: "Abgesehen vom enormen Tierleid riskieren wir unsere Gesundheit und gefährden darüber hinaus unsere Umwelt massiv."

Österreich isst fast doppelt so viel Fleisch wie der weltweite Durchschnitt.
Vier Pfoten

Billigfleisch als "Brandbeschleuniger"

Als einen wesentlichen Treiber sieht die Organisation aggressive Preisaktionen im Lebensmittelhandel. Häufige Rabatte würden Fleisch zu einem Billigprodukt machen und das Bewusstsein für dessen Herkunft und Wert weiter schwächen. "Wenn tierische Lebensmittel regelrecht verramscht werden, tritt in den Hintergrund, dass dafür ein Tier gestorben ist", so Weissenböck. Gleichzeitig erhöhe der Preisdruck die Wahrscheinlichkeit schlechterer Haltungsbedingungen in der Landwirtschaft.

„Wenn tierische Lebensmittel regelrecht verramscht werden, tritt in den Hintergrund, dass dafür ein Tier gestorben ist.“

Klima-Killer auf dem Teller

Auch aus klimapolitischer Sicht ist der Fleischkonsum problematisch. Die Tierhaltung trägt weltweit erheblich zu den Treibhausgasemissionen bei und liegt laut Studien in einer ähnlichen Größenordnung wie der gesamte Verkehrssektor. Die Eat-Lancet-Kommission empfiehlt daher eine sogenannte "Planetendiät", die stark auf pflanzenbasierte Ernährung setzt und Fleisch deutlich reduziert.

Neben ökologischen und ethischen Argumenten verweisen Expertinnen und Experten auch auf gesundheitliche Vorteile: Eine stärker pflanzenbasierte Ernährung könne laut Studien das Risiko für frühzeitige Sterblichkeit deutlich senken.

Forderung nach klaren Regeln

Um den Fleischkonsum zu reduzieren, fordert VIER PFOTEN politische Maßnahmen. Dazu zählen ein Verbot von Rabattaktionen auf Fleisch sowie eine verpflichtende, transparente Kennzeichnung von Herkunft und Haltungsbedingungen – nicht nur im Einzelhandel, sondern auch in der Gastronomie.

Dass Konsumentinnen und Konsumenten grundsätzlich offen für Veränderungen sind, zeigt eine Umfrage aus dem Jahr 2025: Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, weniger Fleisch essen zu wollen, wenn sie über das Leid der Tiere besser informiert wären. Neun Prozent würden sogar ganz darauf verzichten.

Der "Meat Exhaustion Day" soll laut VIER PFOTEN als Denkanstoß dienen – und die Frage aufwerfen, wie viel Fleischkonsum langfristig verantwortbar ist.

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