Nach mehr als 50 Jahren hebt erstmals wieder eine NASA-Crew Richtung Mond ab – und Technik aus Wien ist mit an Bord. Das Wiener High-Tech-Unternehmen TTTECH lieferte das Herzstück des Datennetzwerks für die NASA Orion-Raumkapsel und ihr europäisches Servicemodul. Damit soll für die sichere Kommunikation aller lebenserhaltenden und steuernden Systeme an Bord gesorgt werden.
"Artemis ist das Raumfahrtprogramm unserer Generation, das nach über 50 Jahren Menschen zum Mond zurück und später zum Mars bringen wird. Es schafft die Voraussetzung einer kommerziellen Nutzung der Ressourcen des Mondes. Ausfallssichere Computersysteme sind hier eine Grundvoraussetzung für den Erfolg der Mission. Wir sind unglaublich stolz, hier mit anderen Technologieführern aus den USA und Europa einen Beitrag dazu leisten zu können," sagt Christian Fidi, Leiter des Bereichs Luft- und Raumfahrt bei TTTECH.
Das Artemis-Programm der NASA hat ein großes Ziel: Die Menschheit wieder zum Mond bringen und den Weg für Flüge zum Mars ebnen. Schon im November 2022 ist die Artemis-I-Mission erfolgreich gestartet. Damals wurden die NASA Orion-Raumkapsel und das europäische Servicemodul erstmals gemeinsam eingesetzt und umfassend getestet, um jetzt den ersten bemannten Flug zu ermöglichen.
Mit Artemis II wird der Grundstein für die erste Mondlandung seit der letzten Apollo-Mission im Jahr 1972 gelegt. Diese Landung ist mit Artemis IV für das Jahr 2028 geplant. Dann sollen erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder Menschen den Mond betreten – und das ist erst der Anfang für zahlreiche zukünftige Forschungs- und Erkundungsmissionen am Mond.
Damit so eine Mission auch wirklich gelingt, braucht es verlässliche Datenübertragung. Die Orion-Raumkapsel wird vom US-Unternehmen Lockheed Martin gebaut, das Steuerungssystem kommt von Honeywell Aerospace. TTTECH und Honeywell Aerospace arbeiten schon seit Jahrzehnten eng zusammen. In Europa hat TTTECH die Partner von der ESA und Airbus unterstützt, um alle Datenverbindungen im europäischen Servicemodul und zur Orion-Kapsel zu testen. TTTECH bringt dabei über 25 Jahre Erfahrung aus Luft- und Raumfahrt, Industrie, Energie, kritischer Infrastruktur und sogar dem automatisierten Fahren mit.
Warum gerade ausfallsichere Kommunikation und robuste Elektronik so wichtig sind, erklärt Christian Fidi so: "Im Weltall gibt es keinen ÖAMTC, keine Wartungsmöglichkeiten. Elektronische Systeme müssen so ausgelegt und abgesichert sein, dass sie nicht nur über Jahrzehnte lang einwandfrei funktionieren, sondern auch der Strahlung im Weltraum widerstehen können."
„Im Weltall gibt es keinen ÖAMTC, keine Wartungsmöglichkeiten.“
Und weiter: "Unsere Lösungen haben wir dank der ESA-Beiträge Österreichs und der Unterstützung der FFG entwickeln und auf den Markt bringen können. Heute werden sie in allen Modulen des Lunar Gateway und weit darüber hinaus eingesetzt – so leistet auch die österreichische Raumfahrtindustrie einen wichtigen Beitrag zur Zukunft der bemannten Raumfahrt."