Unter dem Jubel Tausender Schaulustiger ist am Mittwochabend um 18:35 Uhr Ortszeit die 98 Meter hohe Trägerrakete SLS vom Kennedy Space Center in Florida abgehoben. An Bord der Raumkapsel Orion: vier Astronauten auf historischer Mission.
Bei der zehntägigen Reise ist eine Umrundung des Erdtrabanten geplant; eine Mondlandung ist noch nicht Teil von Artemis 2. Die NASA strebt diese für das Jahr 2028 an. Die Crew wird dabei weiter von der Erde entfernt sein als je zuvor ein Mensch war.
Die vierköpfige Besatzung setzt gleich mehrere Meilensteine: Kommandant ist der 50-jährige Reid Wiseman. Pilot Victor Glover (49) wurde als erster nicht-weißer Mensch für eine Mondmission ausgewählt. Seine Kollegin Christina Koch fliegt als erste Frau überhaupt zum Mond. Der Kanadier Jeremy Hansen ist der erste Nicht-US-Amerikaner bei einer Mondmission.
Der deutsche Astronaut Matthias Maurer bezeichnete Artemis 2 als "Beginn einer neuen Ära". Die Europäer seien "ein großer Teil dieser Mission, und unser Beitrag wird langfristig auch Europäer zum Mond bringen", sagte er vor dem Start. Bei der Mission kommt auch Technologie aus Österreich zum Einsatz.
Vor dem Start hatte der kanadische Astronaut Hansen gesagt: "Wir fliegen für die gesamte Menschheit." Bei der Rückkehr zur Erde soll die Orion-Raumkapsel vor der kalifornischen Küste im Pazifik landen.
Zuletzt waren US-Astronauten 1972 mit Apollo 17 auf dem Mond gelandet. Danach wurde das kostspielige Programm eingestellt. Das Artemis-Programm wurde während der ersten Amtszeit von Donald Trump gestartet. Der Konkurrent China plant für 2030 eine eigene Mondlandung.