Ein stabiler Blutdruck ist essenziell für die Gesundheit und gilt als wichtiger Indikator für den Zustand des Herz-Kreislauf-Systems. Liegt er dauerhaft über dem Normalbereich, erhöht sich das Risiko für schwerwiegende Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden deutlich.
Da Bluthochdruck oft lange unbemerkt bleibt und unbehandelt lebensbedrohliche Folgen haben kann, wird er nicht ohne Grund als "stiller Killer" bezeichnet. Doch was gilt heute überhaupt als normaler Blutdruck?
Wie chip.de unter Berufung auf die aktuellste Leitlinie der European Society of Cardiology (ESC) aus dem Jahr 2024 berichtet, hat sich die Definition geändert. Lange Zeit wurde ein Wert von 120/80 mmHg als Ideal angesehen – eine Zahl, die vielen Menschen vertraut ist.
Nach der neuen ESC-Kategorisierung gelten nun Werte unter 120/70 mmHg als "nicht erhöht". Als "erhöht" werden systolische Werte von 120 bis 139 mmHg oder diastolische Werte von 70 bis 89 mmHg eingestuft. Hypertonie liegt vor, wenn der systolische Wert über 140 mmHg oder der diastolische über 90 mmHg liegt.
Die neuen Grenzwerte erscheinen auf den ersten Blick streng. Sie haben sich jedoch in Studien als die für die Gefäßgesundheit erstrebenswerten Werte herausgestellt.
Die Richtwerte unterscheiden sich je nach Lebensphase: Für Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren gilt ein Blutdruck unter 120/80 mmHg als ideal. Ab 65 Jahren wird ein Wert unter 140/80 mmHg empfohlen, ab 85 Jahren unter 140/90 mmHg.
Ältere Menschen haben häufig einen höheren systolischen Blutdruck, weil die Gefäße dann nicht mehr so elastisch sind. Eine blutdrucksenkende Therapie kann auch über das 85. Lebensjahr hinaus fortgesetzt werden.
Wer über mehrere Tage hinweg einen erhöhten Blutdruck feststellt, sollte gemeinsam mit einem Facharzt klären, welche Therapie geeignet ist. Oft lässt sich jedoch schon durch einen veränderten Lebensstil viel erreichen.
Dazu gehören Gewichtsreduktion, regelmäßige Bewegung, Rauchverzicht, Stressabbau, ausreichend Schlaf und eine herzgesunde Ernährung mit Vollkornprodukten, reichlich Gemüse, wenig Fleisch, dafür Fisch, hochwertige Pflanzenöle und Nüsse.