Weltschlaftag

Neue "Volkskrankheit" kostet Österreich 10 Mrd. Euro

Schlafstörungen betreffen Millionen in Europa – mit Folgen für Gesundheit, Sicherheit und Wirtschaft. Experten fordern dringend neue Lösungen.
Heute Life
13.03.2026, 11:38
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Pünktlich zum Weltschlaftag zeigt sich: Schlafstörungen sind die neue "Volkskrankheit". Wie eine neue Meta-Studie im "European Journal of Neurology" (EJN), an der auch österreichische Expertinnen und Experten beteiligt waren, veranschaulicht, leidet jede dritte Person in Europa an chronischen Ein- oder Durchschlafstörungen. Demnach leiden 18 Prozent etwa an Schlaf-Apnoe und 10 Prozent an Schlaflosigkeit.

Neben dem Leidensdruck für die Betroffenen wirkt sich das auch massiv auf die Volkswirtschaft aus: Die dadurch ausgelösten Kosten belaufen sich allein in Europa auf 400 Milliarden Euro pro Jahr. Für Österreich ergeben sich dadurch geschätzt um die 10 Milliarden Euro pro Jahr.

Physische und psychische Schäden

Warum? Weil Schlaf ein essenzielles Grundbedürfnis für den Erhalt von körperlicher und mentaler Gesundheit ist. Wird dieses Grundbedürfnis nicht oder nicht ausreichend erfüllt, können schwere physische und psychische Schäden die Folge sein. Das wirkt sich auch auf die Gesellschaft insgesamt aus – die direkten Behandlungskosten machen dabei 48 Prozent aus, während die indirekten Kosten (etwa durch Arbeitsunfälle) bei 52 Prozent liegen.

„Schlafstörungen sind keine Bagatelle, sondern eine relevante Volkskrankheit mit erheblichen gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Folgen.“

"Schlafstörungen sind keine Bagatelle, sondern eine relevante Volkskrankheit mit erheblichen gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Folgen, wie die aktuelle Hochrechnung zeigt. Durch eine konsequente Ambulantisierung, den Ausbau interdisziplinärer Schlafzentren und den Einsatz digitaler Technologien können wir Versorgungslücken schließen, Wartezeiten verkürzen und die Behandlungsqualität deutlich verbessern. Die Zukunft der Schlafmedizin liegt dabei auch in der personalisierten Therapie: Weg von pauschalen Versorgungspfaden, hin zu individuell abgestimmten Behandlungsansätzen, die Komorbiditäten, Lebensstil und Krankheitsverlauf berücksichtigen", so Neurologe und Schlafmediziner Priv.-Doz. Dr. Michael Saletu.

Die Ursache finden

Doch wie kann diese prekäre Situation entschärft werden? Hier gilt es, so die Experten des Future Health Lab und Idorsia, das Augenmerk weg von den Folgen und verstärkt auf die Ursachen zu richten. So sollte hier auch nicht der Unterschied zwischen Männern und Frauen außer Acht gelassen werden. Frauen sind beispielsweise mehr von hormonellen Veränderungen betroffen, die sich auch auf die körperliche Verfassung auswirken können – zum Beispiel zyklusbedingt oder durch Schwangerschaft.

So hat etwa auch die Menopause einen großen Einfluss auf den Schlaf – das kann das Risiko für Arbeitsausfälle in dieser Zeit erhöhen. Gerade deshalb ist es so wichtig, Schlafprobleme nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und die individuellen Ursachen – ob Stress, chronische Schmerzen oder eben auch hormonell bedingte Veränderungen – frühzeitig abklären zu lassen und die geschlechterspezifischen Unterschiede dabei nicht zu ignorieren.

Sicherheitsrisiko Schlafmangel

Nicht erst seit dieser kürzlich veröffentlichten Studie steht fest: Schlafmangel – beispielsweise durch Schichtarbeit – birgt ein hohes Sicherheitsrisiko – in vielerlei Hinsicht.

1
Im Straßenverkehr
Übermüdung und Erschöpfung, vor allem wenn sie chronisch sind, sorgen für Unachtsamkeit im Alltag – und ein höheres Risiko für Unfälle im Straßenverkehr.
2
Im Gesundheitswesen
Unbehandelte Schlafstörungen erhöhen das Risiko für eine Vielzahl von Folgeerkrankungen, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Depression, Neurodegeneration und Angststörungen. Diese Folgeerkrankungen belasten das Gesundheitssystem zusätzlich und führen zu erhöhten Gesundheitsausgaben.
3
In der Wirtschaft
Hohe Behandlungskosten, Kosten durch Arbeitsunfälle und zeitgleich der Produktivitätsverlust durch Schlafprobleme verursachen volkswirtschaftliche Einbußen in Milliardenhöhe.

Es zeigt sich einmal mehr, dass dringender Handlungsbedarf besteht – Schlafgesundheit hat Auswirkungen auf alle Lebensbereiche und betrifft nicht nur den bzw. die Einzelne:n, sondern die gesamte Gesellschaft. Konkrete Handlungsempfehlungen und eine gezielte Priorisierung des Themas sind wichtiger denn je, um diese negative Entwicklung einzudämmen und langfristige Verbesserungen zu erzielen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 13.03.2026, 11:38
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