Welttag der Niere

Jeder Zehnte betroffen – so erkennst du kranke Nieren

Unsere Nieren leisten täglich Schwerstarbeit. Doch Schäden bleiben oft lange unbemerkt. Was ihnen schadet und woran du es bemerkst.
Heute Life
12.03.2026, 12:43
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Unsere Nieren sind wahre Multitalente und machen viel mehr, als nur Harn zu produzieren. Beide Nieren zusammen bestehen aus etwa zwei Millionen Filtereinheiten, den sogenannten Glomerula. Diese filtern das Blut, das direkt vom Herz kommt, und holen sich wichtige Stoffe wie Elektrolyte oder Wasser bei Bedarf wieder zurück in den Blutkreislauf. Schadstoffe und Abbauprodukte werden hingegen über den Harn ausgeschieden. Damit sorgen unsere Nieren nicht nur für die Entgiftung, sondern halten auch den Wasser- und Elektrolythaushalt im Gleichgewicht.

Oft wird oft übersehen, dass die Nieren auch Hormone produzieren. Sie stellen etwa Renin her, das den Blutdruck reguliert, oder Erythropoetin, das bei der Bildung von roten Blutkörperchen mitmischt.

840 Millionen Menschen haben Nierenprobleme

Chronische Nierenerkrankungen sind keine Seltenheit. Jeder zehnte Mensch hat eine eingeschränkte Nierenfunktion – das sind weltweit mehr als 840 Millionen Menschen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Häufig liegen langjähriger hoher Blutdruck, Zuckerkrankheit oder Herz-Kreislauf-Leiden zugrunde.

Aber es gibt noch andere Auslöser. Dazu zählen auch immunologisch bedingte Erkrankungen der Niere. Die Forscherinnen Kathrin Eller und Katharina Artinger von der Med Uni Graz beschäftigen sich schon lange mit diesen immunvermittelten Nierenerkrankungen. Hier greift das körpereigene Abwehrsystem die Niere an und kann sie schädigen oder sogar zerstören. Im Mittelpunkt einer Studie der Med Uni Graz stand das Gen ACKR1. Es wurde entdeckt, dass bei Fehlen dieses Gens Entzündungen in der Niere viel heftiger verlaufen können und dass die Nierenfunktion darunter leidet.

So erkennst du kranke Nieren

Nierenprobleme bleiben oft lange unbemerkt, weil das Organ sehr widerstandsfähig ist. Erste Symptome treten häufig erst auf, wenn die Funktion bereits eingeschränkt ist. Auf diese Warnzeichen solltest du achten:
* Wasseransammlungen in Beinen, Füßen oder im Gesicht
* Müdigkeit und Erschöpfung ohne klare Ursache
* Übelkeit oder Appetitlosigkeit
* häufiges oder verändertes Wasserlassen
* schäumender Urin (Hinweis auf Eiweiß im Harn)
* Bluthochdruck, der schwer einzustellen ist

Blutdruck und salzarme Ernährung essenziell für Nierengesundheit

Einer der wichtigsten Faktoren für gesunde Nieren ist der Blutdruck. Ist er dauerhaft zu hoch, kann das die Niere auf Dauer schädigen und zu einer chronischen Erkrankung führen. Besonders gefährlich wird es, wenn zusätzlich noch andere Risikofaktoren wie hohe Cholesterinwerte, Zuckerkrankheit oder Herz-Kreislauf-Probleme dazukommen. Bewegung und Sport helfen, den Blutdruck und das Risiko für Diabetes zu senken und tun so auch den Nieren gut.

Auch eine ausgewogene Ernährung und wenig Salz sind wichtig. Fünf bis sechs Gramm Salz am Tag – das ist ungefähr ein Teelöffel – reichen völlig aus. Die Nieren brauchen zudem genug Flüssigkeit: 1,5 bis 2 Liter sind ausreichend. Zu viel Flüssigkeit kann aber auch schaden und das Gleichgewicht der Elektrolyte durcheinanderbringen. Vorsicht auch bei Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Diclofenac – wer sie unkontrolliert und über längere Zeit nimmt, riskiert Schäden an den Nieren. Rauchen ist ebenfalls schlecht für das Organ.

Sichtbare Symptome erst, wenn "der Hut brennt"

Was viele nicht wissen: Die Niere leidet oft "leise". Beschwerden wie Wasser in den Beinen oder Übelkeit tauchen meist erst auf, wenn die Nierenfunktion schon stark eingeschränkt ist. Deshalb solltest du regelmäßig deine Nierenwerte und die Eiweißausscheidung im Harn (Albumin-Kreatinin-Verhältnis) kontrollieren lassen – vor allem, wenn du Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Zuckerkrankheit oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen hast.

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