Wann hast du dich zuletzt auf die Waage gestellt? Die meisten Menschen wissen ziemlich genau, wie viel sie wiegen. Auch Werte wie Blutdruck oder Cholesterin sind vielen vertraut, weil sie regelmäßig bei Vorsorgeuntersuchungen gemessen werden. Doch es gibt noch andere wichtige Gesundheitswerte, die weniger bekannt sind – obwohl sie viel über den Zustand des Körpers verraten können. Wer sie im Blick behält, kann mögliche Probleme oft frühzeitig erkennen und gegensteuern.
Um sich ein umfassendes Bild von der Gesundheit eines Patienten zu machen, können Ärzte eine Vielzahl von Laboruntersuchungen und Tests anordnen.
Diese Tests liefern wertvolle Hinweise auf verschiedene Erkrankungen. Aber es gibt noch mehr Werte, die wichtig sind:
Ein besonders wichtiger Wert ist der Nüchterninsulinspiegel. Er zeigt, wie viel Insulin der Körper nach einer Nacht ohne Nahrung produziert. Dieser Wert hilft dabei, Insulinresistenz frühzeitig zu erkennen – ein Zustand, der langfristig zu Typ-2-Diabetes führen kann. Die Entwicklung von Typ-2-Diabetes geschieht schleichend und nicht von heute auf morgen. Deshalb ist eine frühe Diagnose besonders wichtig. Wenn der Insulinspiegel erhöht ist, können Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und Gewichtsreduktion helfen, das Risiko zu senken.
Auch der Vitamin-D-Spiegel sollte regelmäßig überprüft werden. Studien zufolge leiden bis zu zwei Drittel der Menschen an einem Vitamin-D-Mangel. In Österreich zahlt die ÖGK die Messung dieses Wertes beim Blutbild nicht mehr. Je nach Labor kostet die Erhebung um die 20 Euro aus eigener Tasche. Aber es zahlt sich aus, denn...
In vielen Fällen lässt sich ein Mangel einfach mit Nahrungsergänzungsmitteln ausgleichen.
Ein weiterer wichtiger Laborwert ist Ferritin, ein Marker für den Eisenspeicher im Körper.
Beim Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielt nicht nur das Gewicht eine Rolle – auch der Taillenumfang ist entscheidend. Laut Alison MacKinlay vom Wexner Medical Center der Ohio State University zeigt dieser Wert besonders gut, wie viel viszerales Fett im Körper vorhanden ist.
Viszerales Fett (Eingeweidefett) ist das stoffwechselaktive Fettgewebe in der Bauchhöhle, das innere Organe umgibt. Es ist gesundheitsschädlich, da es Entzündungsstoffe und Hormone produziert, die das Risiko für Typ-2-Diabetes, Herzinfarkte und Schlaganfälle deutlich erhöhen.
Selbst Menschen mit normalem Gewicht können ein erhöhtes Risiko haben, wenn sich viel Bauchfett angesammelt hat.
Viele moderne Smartwatches oder Fitnessringe messen inzwischen die sogenannte Herzfrequenzvariabilität (HRV). Dabei handelt es sich um die Schwankungen zwischen einzelnen Herzschlägen. Dieser Wert zeigt, wie gut das Zusammenspiel zwischen dem aktivierenden und dem entspannenden Teil des Nervensystems funktioniert.
Hohe HRV: Hinweis auf gute Fitness und Stressresistenz
Niedrige HRV: kann mit chronischem Stress, Schlafproblemen oder Krankheiten zusammenhängen