Lange galt der "Bierbauch" als Folge von zu vielen Kalorien und zu wenig Bewegung. Doch neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass Alkohol selbst eine entscheidende Rolle dabei spielen könnte, wo sich Fett im Körper ansammelt.
Eine 2026 im International Journal of Obesity veröffentlichte Studie analysierte Daten von fast 6.000 Erwachsenen im Alter von 25 bis 75 Jahren. Die Forscher untersuchten nicht nur Gewicht oder Taillenumfang, sondern nutzten sogenannte DEXA-Scans – präzise Röntgenaufnahmen, die zeigen, wie sich Fett, Muskelmasse und Knochen im Körper verteilen.
Im Fokus stand das sogenannte viszerale Fett. Dieses lagert sich tief im Bauchraum rund um lebenswichtige Organe wie Leber und Bauchspeicheldrüse an. Es gilt als deutlich riskanter als das sichtbare Fett unter der Haut und steht in engem Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes.
Das Ergebnis: Je höher der regelmäßige Alkoholkonsum, desto größer war der Anteil an viszeralem Fett. Dieser Zusammenhang blieb bestehen, selbst wenn Faktoren wie Alter, Rauchen, Bewegung, sozialer Hintergrund oder das Gesamtgewicht berücksichtigt wurden.
In der Studie wurden die Teilnehmer nach ihrem wöchentlichen Alkoholkonsum befragt. Wer rund 136 Gramm pro Woche konsumierte – also ungefähr ein Getränk täglich – wies deutlich mehr viszerales Fett auf.
Männer mit hohem Alkoholkonsum hatten bis zu 13,5 Prozent mehr viszerales Fett als jene mit geringem Konsum. Bei Frauen lag der Anstieg sogar bei 17 Prozent.
Besonders brisant: Viele Betroffene waren nicht übergewichtig. Äußere Merkmale wie Taillenumfang oder Körpergewicht zeigten das erhöhte Risiko oft nicht an. Das bedeutet, dass sich gefährliches Fett auch bei scheinbar schlanken Menschen unbemerkt ansammeln kann.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Alkohol nicht nur zusätzliche Kalorien liefert, sondern möglicherweise beeinflusst, wo der Körper Fett speichert. Wer regelmäßig trinkt, könnte demnach eher dazu neigen, Fett im Bauchraum rund um die Organe einzulagern – unabhängig vom Gewicht.