Vegetarisch leben

Studie zeigt: Fleischverzicht schützt vor 5 Krebsarten

Weniger Fleisch ist mit einem geringeren Risiko für mehrere Krebsarten verbunden. Doch bei einer Tumorart fanden Forscher ein erhöhtes Risiko.
Heute Life
03.03.2026, 11:06
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Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst für eine fleischlose Ernährung – aus ethischen, ökologischen oder gesundheitlichen Gründen. Dass Obst, Gemüse und ballaststoffreiche Kost gut für Herz und Stoffwechsel sind, ist längst bekannt. Doch wie wirkt sich vegetarische Ernährung konkret auf das Krebsrisiko aus?

Genau dieser Frage ist ein internationales Forschungsteam der Oxford Population Health nachgegangen. Im Rahmen des "Cancer Risk in Vegetarians Consortium" wurden die Daten von mehr als 1,8 Millionen Menschen aus drei Kontinenten ausgewertet – die bislang größte Studie zu fleischloser Ernährung und Krebsrisiko.

Geringeres Risiko bei mehreren Krebsarten

Die Forscher verglichen das Krebsrisiko in fünf Ernährungsgruppen: Fleischesser, Geflügelesser (ohne rotes oder verarbeitetes Fleisch), Pescatarier (Fischesser), Vegetarier (mit Milchprodukten und/oder Eiern) und Veganer.
Das Ergebnis: Vegetarische Ernährung war mit einem geringeren Risiko für mehrere Krebsarten verbunden – darunter Brust-, Prostata-, Nieren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie Multiples Myelom (bösartige Erkrankung des Knochenmarks).

Tim Key, emeritierter Professor für Epidemiologie an der Oxford Population Health, betont: "Ernährungsweisen mit viel Obst, Gemüse und Ballaststoffen sowie ohne verarbeitetes Fleisch werden zur Krebsprävention empfohlen. Unsere Studie hilft, die Vorteile und Risiken vegetarischer Ernährung besser zu verstehen."

Im Vergleich zu Fleischessern hatten Vegetarier folgende Merkmale:

  • 21 % geringeres Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs
  • 9 % geringeres Risiko für Brustkrebs
  • 12 % geringeres Risiko für Prostatakrebs
  • 28 % geringeres Risiko für Nierenkrebs
  • 31 % geringeres Risiko für multiples Myelom.

Vegetarier hatten jedoch:

  • Fast doppelt so hohes Risiko für Plattenepithelkarzinome der Speiseröhre.

Keine Unterschiede bei vielen Krebsarten

Bei zahlreichen anderen Krebsarten – darunter Darm-, Magen-, Leber-, Lungenkrebs (bei Nichtrauchern), Gebärmutter-, Eierstock-, Mund- und Rachenkrebs – zeigten sich hingegen keine signifikanten Unterschiede zwischen Vegetariern und Fleischessern.

Höheres Risiko bei einzelnen Tumorarten

Allerdings gab es auch unerwartete Ergebnisse: Vegetarier wiesen ein erhöhtes Risiko für Plattenepithelkarzinome der Speiseröhre auf. Veganer hatten im Vergleich zu Fleischessern ein statistisch signifikant höheres Risiko für Darmkrebs.

Die Forscher vermuten, dass hier möglicherweise bestimmte Nährstoffe eine Rolle spielen könnten, die in tierischen Lebensmitteln häufiger vorkommen. Weitere Studien seien notwendig, um diese Zusammenhänge besser zu verstehen.

Fischesser schneiden besonders gut ab

Interessant: Menschen, die Fisch essen, aber auf Fleisch verzichten, zeigten ein geringeres Risiko für Brust-, Nieren- und Darmkrebs. Geflügelesser hatten ein niedrigeres Risiko für Prostatakrebs.

Große Datenbasis – aber noch offene Fragen

Insgesamt wurden rund 72.000 Vegetarier und Veganer analysiert. Dennoch war bei einigen Krebsarten die Fallzahl relativ gering, was die Aussagekraft einzelner Ergebnisse einschränkt. Zudem unterscheiden sich vegetarische Ernährungsweisen stark – nicht jede fleischlose Ernährung ist automatisch ausgewogen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 03.03.2026, 11:08, 03.03.2026, 11:06
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