Im ersten Moment klingt es banal: Wer immer zu anderen Zeiten schläft, bringt seinen Körper aus dem Takt. Genau das zeigen auch Studien zur Schlafregelmäßigkeit. Menschen mit sehr unruhigen Schlafrhythmen haben häufiger Probleme mit Herz, Stoffwechsel und Gehirn.
Schon 2020 zeigte eine große US-Studie, dass stark unregelmäßiger Schlaf mit einem deutlich höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden war. Auch neuere Daten aus Großbritannien (2025) deuten darauf hin, dass unregelmäßige Schlafmuster mit einem höheren Demenzrisiko zusammenhängen.
Besonders brisant wird das Thema bei Schichtarbeitern. Denn sie können ihren Schlaf oft gar nicht regelmäßig halten. Mal beginnt der Dienst frühmorgens, mal endet er mitten in der Nacht. Der Körper bekommt ständig andere Signale.
Wie ernst das ist, zeigt eine Metaanalyse aus dem letzten Jahr. Darin wurden Daten aus 23 Kohortenstudien ausgewertet. Das Ergebnis: Nachtarbeit war mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und auch für kardiovaskuläre Sterblichkeit (z.B. Herzinfarkt) verbunden. Mit jedem weiteren Fünfjahresblock Schichtarbeit stieg das Risiko weiter an.
Besonders bei Flugbegleiterinnen wird seit Jahren über ein erhöhtes Brustkrebsrisiko geforscht. Der Verdacht: Nachtarbeit, Jetlag und gestörte innere Uhren könnten zusammen mit anderen Belastungen wie kosmischer Strahlung das Risiko erhöhen.
Ganz vermeiden lässt sich Schichtarbeit in vielen Berufen nicht. Umso wichtiger sind feste Routinen dort, wo sie möglich sind: ein möglichst konstanter Schlafplan, gezieltes Lichtmanagement und genug Erholungszeit zwischen den Diensten. Denn eines wird immer klarer: Nicht nur zu wenig Schlaf ist ein Risiko. Auch Schlaf zu völlig wechselnden Zeiten kann krank machen.