Erdäpfelgnocchi gelten als schnelle und beliebte Mahlzeit. Wer sich die zeitaufwendige Zubereitung sparen möchte, greift häufig zu fertigen Produkten aus dem Kühlregal. Genau diese hat die Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich nun unter die Lupe genommen – mit teilweise ernüchternden Ergebnissen.
Die Konsumentenschützer untersuchten insgesamt zwölf Fertig-Gnocchi, darunter auch zwei Bio-Produkte, auf Pestizidrückstände und Schimmelpilzgifte.
Das Ergebnis: Nur drei Produkte waren frei von nachweisbaren Schadstoffen. Die genauen Ergebnisse gibt es hier.
In der Hälfte der getesteten Produkte wurden Pestizidrückstände gefunden. Laut AK lagen die gemessenen Werte allerdings deutlich unter den gesetzlich festgelegten Grenzwerten.
Neben Pestiziden wurde auch das Schimmelpilzgift Deoxynivalenol (DON) in drei Proben festgestellt. Auch hier lagen die Konzentrationen klar unterhalb des zulässigen Höchstwertes.
In 4 der 12 untersuchten Gnocchi-Produkte konnte zudem Chlorat nachgewiesen werden. In drei Fällen handelte es sich lediglich um Spuren.
Chlorat gelangt laut AK in der Regel nicht über Pflanzenschutzmittel in Lebensmittel, sondern entsteht häufig als Nebenprodukt bei der Verwendung chlorhaltiger Desinfektions- oder Waschwässer im Produktionsprozess. Der Stoff kann die Jodaufnahme der Schilddrüse blockieren und rote Blutkörperchen beeinträchtigen.
Bei einem Produkt – zugleich dem günstigsten im Test – lag der Chlorat-Wert jedoch bei 0,40 Milligramm pro Kilogramm. Da Gnocchi überwiegend aus Kartoffeln bestehen, entspricht diese Belastung – auf den Kartoffelanteil umgerechnet – einem Wert, der rund 13-mal über dem zulässigen Höchstwert für frische Kartoffeln liegt.
Trotz der gefundenen Rückstände gibt die AK vorsichtig Entwarnung: Ein gelegentlicher Verzehr von Fertig-Gnocchi aus dem Kühlregal stellt nach aktuellem Wissensstand kein unmittelbares Gesundheitsrisiko dar. Bei regelmäßigem Konsum könne jedoch das tolerierbare tägliche Aufnahmelimit bestimmter Stoffe erreicht werden, warnen die Konsumentenschützer. Besonders Kinder könnten davon betroffen sein.