Sobald der Frühling beginnt, zieht es viele Menschen in Wälder und Auen, um Bärlauch zu sammeln. Doch dabei ist Vorsicht geboten: Einige giftige Pflanzen sehen dem beliebten Wildkraut zum Verwechseln ähnlich. Eine falsche Ernte kann im schlimmsten Fall lebensgefährlich sein.
Der Name "Bärlauch" kommt vermutlich daher, dass Bären nach dem Winterschlaf gerne Bärlauch fressen, um Magen, Darm und Blut zu reinigen.
Bärlauch wird auch "wilder Knoblauch" genannt. Sein Geschmack erinnert an Knoblauch, ist jedoch milder und verursacht in kleinen Mengen keinen starken Geruch.
Am besten werden die frischen Blätter roh verwendet – etwa als Würze für Suppen, Soßen oder Gemüse oder als Zutat für Salate. Kochen sollte man Bärlauch möglichst nicht, da dabei Aroma und Inhaltsstoffe verloren gehen.
Die größte Gefahr beim Bärlauchsammeln geht von der Herbstzeitlose aus. Ihre Blätter wachsen oft zur selben Zeit wie Bärlauch und sehen ihm sehr ähnlich: Sie sind schmal, länglich und wachsen ohne Stiel direkt aus dem Boden. Die Blätter bilden Büschel, wobei ältere Blätter die jüngeren umschließen.
Ein wichtiger Unterschied: Der Saft der Herbstzeitlose ist geruchlos. Wer zuvor Bärlauch gepflückt hat, kann sich durch den Knoblauchgeruch an den Händen leicht täuschen lassen.
Die Pflanze enthält das Zellgift Colchicin. Schon drei bis vier Blätter können tödlich sein. Besonders tückisch: Die Vergiftung zeigt sich oft erst nach mehreren Stunden. Erste Symptome sind Übelkeit und Erbrechen, später folgen starke Durchfälle. Das Gift zerstört Zellen im Darm, im Blut und im Knochenmark. In schweren Fällen kann eine Vergiftung innerhalb von zwei Tagen tödlich enden.
Neben der Herbstzeitlose wird auch das Maiglöckchen häufig mit Bärlauch verwechselt. Die Pflanze wächst meist paarweise, wobei ältere Blätter die jüngeren umschließen.
Maiglöckchen enthalten Glykoside, die Herzrhythmusstörungen auslösen können. Zwar sind diese Stoffe giftig, doch sie werden vom Darm meist schlecht aufgenommen und über die Niere wieder ausgeschieden. Schwere Vergiftungen sind daher selten, dennoch sollte die Pflanze keinesfalls gegessen werden.
Selbst die Blätter der Garten-Tulpe können dem Bärlauch ähneln. Wenn die Tulpe noch nicht blüht, bildet sie manchmal nur ein einzelnes Blatt, das leicht mit Bärlauch verwechselt werden kann.
In diesem Blatt steckt Tulipin, ein Giftstoff, der ähnlich wirkt wie das Colchicin der Herbstzeitlose. Bereits 15 Minuten nach dem Verzehr können Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall auftreten. In schweren Fällen kann es zu Schock, Apathie und Atemstillstand kommen.
Bärlauch wächst vor allem in schattigen, humusreichen Auen- und Flusswäldern. In den Alpen ist er bis auf etwa 1.700 Meter Seehöhe zu finden. Die Pflanze wird etwa 15 bis 30 Zentimeter hoch. In der Küche werden nur die jungen Blätter vor der Blüte verwendet. Da Bärlauch meist nur an bestimmten Orten in größeren Mengen wächst, sollte man beim Sammeln immer nur ein bis zwei Blätter pro Pflanze abzupfen und die Zwiebel im Boden lassen.