Was wäre, wenn dein täglicher Kaffee nicht nur munter macht, sondern auch dein Risiko für Demenz senkt? Genau das legt eine große US-Studie nahe, die im Fachjournal "JAMA" erschienen ist.
Dazu analysierten Forschende der Harvard-Universität, vom Mass General Brigham sowie MIT die Daten von mehr als 130.000 Teilnehmenden zweier laufender Langzeitstudien (Nurses’ Health Study und Health Professionals Follow-Up Study). Das Ergebnis: Die Ergebnisse deuten an: Ein moderater Konsum von koffeinhaltigem Kaffee (2 bis 3 Tassen pro Tag) oder Tee (1 bis 2 Tassen pro Tag) senkt das Demenzrisiko - um bis zu 18 Prozent.
Allerdings zeigt sich der Effekt nur bei Kaffee und Tee mit Koffein, nicht aber bei entkoffeiniertem Kaffee. Das spricht dafür, dass das Koffein eine wichtige Rolle spielt. Forschende vermuten, dass Koffein im Gehirn schützend wirkt, zum Beispiel, indem es Entzündungen abschwächt. "Kaffee und Tee enthalten bioaktive Inhaltsstoffe wie Polyphenole und Koffein, die sich als mögliche neuroprotektive Faktoren herausgestellt haben, die Entzündungen und Zellschäden reduzieren", heißt es.
"Derartige Studien sind wichtig, weil sie zeigen, wie alltägliche Gewohnheiten mit der Gehirngesundheit zusammenhängen können. Für eine wirksame Demenzprävention bleibt jedoch ein insgesamt gesunder Lebensstil entscheidend – insbesondere regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene, überwiegend pflanzenbasierte Ernährung", erklärt Univ.-Prof. Prim. Dr. Friedrich Hoppichler, Vorstand des vorsorgemedizinischen Instituts SIPCAN, der nicht an der Studie beteiligt war.
Auch für die öffentliche Gesundheit könnten diese Erkenntnisse spannend sein. Sollten sich die Zusammenhänge zwischen Koffein und Demenzrisiko in weiteren Studien bestätigen, könnten koffeinhaltige Getränke wie Kaffee in Zukunft als möglicher Beitrag für ein gesundes Altern noch stärker in den Fokus rücken.