Vierfach höheres Risiko

Demenz – das richten Kopfstöße im Gehirn an

Die Krankheit CTE entwickelt sich schleichend – oft erst ein Jahrzehnt nach jahrelangen Kopfverletzungen.
Heute Life
10.02.2026, 13:52
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Kopfverletzungen, die beim Fußball, Rugby und Boxen erlitten werden, sollten offiziell als Ursache für Demenz anerkannt werden, so das Ergebnis einer neuen Studie. Experten glauben, dass diese Aktivitäten das Risiko für chronisch-traumatische Enzephalopathie (CTE) erhöhen, eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns, die mit jahrelangen wiederholten Kopfverletzungen in Verbindung gebracht wird.

Die in der Fachzeitschrift "Alzheimer's & Dementia" veröffentlichte Studie untersuchte 614 Hirnspender, die wiederholten Kopfverletzungen ausgesetzt waren, vor allem Kontaktsportler. Hirnspender mit der fortgeschrittensten Form von CTE, die keine Anzeichen anderer fortschreitender Hirnerkrankungen aufwiesen, hatten ein viermal höheres Risiko, an Demenz zu erkranken, als diejenigen ohne diese Erkrankung.
"Diese Studie liefert Hinweise darauf, dass CTE eine mögliche Ursache für Demenz ist", sagte Professor Michael Alosco, Neurologe an der Boston University und leitender Autor der Studie.

Chronisch-traumatische Enzephalopathie (CTE) ist eine seltene, fortschreitende neurodegenerative Erkrankung des Gehirns, ausgelöst durch wiederholte leichte Kopfverletzungen (z. B. im Boxen, Football, Fußball). Es lagern sich toxische Tau-Proteine im Gehirn ab, die Klumpen bilden, die als "Plaques" bekannt sind – ähnlich wie bei Alzheimer, der häufigsten Ursache für Demenz. Das führt zu einem Abbau von Hirngewebe.
Forscher sagen jedoch, dass CTE ein eigenes charakteristisches Schadensmuster aufweist und ein anderes Krankheitsbild hervorrufen kann, was bedeutet, dass viele Fälle übersehen oder mit anderen Erkrankungen verwechselt werden.
Symptome wie kognitive Einbußen, Depressionen und Persönlichkeitsveränderungen treten oft erst Jahre später auf, da sich Tau-Proteine im Gehirn ablagern und Nervenzellen zerstören. Eine Heilung ist derzeit nicht möglich, die Diagnose erfolgt meist erst nach dem Tod.

Häufig falsch diagnostiziert

Die Studie ergab auch, dass Demenz im Zusammenhang mit CTE zu Lebzeiten häufig falsch diagnostiziert wird. Von 186 Spendern, bei denen zu Lebzeiten Demenz diagnostiziert worden war, wurde 40 Prozent gesagt, sie hätten Alzheimer – obwohl bei der Autopsie keine Anzeichen für Alzheimer gefunden wurden. Weitere 38 Prozent hatten erfahren, dass die Ursache ihrer Demenz "unbekannt" sei oder nicht genau bestimmt werden könne.

"Es gibt die Ansicht, dass CTE eine gutartige Hirnerkrankung ist. Dies steht im Widerspruch zu den Erfahrungen der meisten Patienten und Familien. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass CTE einen erheblichen Einfluss auf das Leben der Menschen hat, und jetzt müssen wir uns bemühen, CTE von Alzheimer und anderen Ursachen für Demenz zu Lebzeiten zu unterscheiden."

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