Frühling

Männer und Frauen ticken anders im Frühling

Wenn Tage länger werden, greifen Hormone zu überraschend unterschiedlichen Mitteln. Wie die Geschlechter den Frühling verschieden erleben.
Technik Heute
24.02.2026, 12:58
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Kaum scheint die Sonne ein paar Tage am Stück, passiert etwas Merkwürdiges: Menschen lächeln Fremde an, Dating-Apps glühen, und auch hartgesottene Couchliebhaber verspüren plötzlich den Drang nach Spaziergängen - ganz zufällig durch belebte Parks. Willkommen im Frühling - jener Jahreszeit, in der nicht nur Blumen aufblühen, sondern auch Libido, Optimismus und Kontaktfreude. Doch wer ist eigentlich stärker von diesen berühmten Frühlingsgefühlen betroffen - Männer oder Frauen? Die kurze Antwort: beide. Die längere Antwort: auf sehr unterschiedliche Weise.

Sonnenlicht kurbelt Neurotransmitter an

Der wichtigste Auslöser ist denkbar simpel: mehr Tageslicht. Sonnenstrahlen kurbeln die Produktion von Serotonin an. Wie chip.de berichtet, handelt es sich dabei um einen Neurotransmitter, der unsere Stimmung hebt und uns energiegeladener macht. Gleichzeitig sinkt das Schlafhormon Melatonin. Das Ergebnis: Wir fühlen uns wacher, aktiver und deutlich offener für Nähe. Studien des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie zeigen, dass sich im Frühling nicht nur depressive Symptome verringern, sondern auch Motivation und soziale Initiative steigen. Kurz gesagt: Das Gehirn schaltet vom Winterschlaf auf Fortpflanzungsmodus. Ein Effekt, der evolutionär Sinn ergibt. Der Frühling war über Jahrtausende schließlich der Startschuss für Fortpflanzung und Neubeginn.

Testosteron lässt Männer offensiver werden

Bei Männern lässt sich im Frühjahr häufig ein messbarer Anstieg des Testosteronspiegels beobachten. Dieses Hormon beeinflusst nicht nur Muskelaufbau und Energielevel, sondern auch sexuelles Verlangen und Risikobereitschaft. Forscher des Kinsey Institute fanden heraus: Männer reagieren in dieser Zeit besonders stark auf visuelle Reize, flirten offensiver und interpretieren Signale häufiger als sexuelles Interesse - selbst wenn es objektiv nur ein freundliches Lächeln war. Oder anders gesagt: Im Frühling wird aus „Sie war nett“ erstaunlich schnell: „Ich glaube, da war was.“

Bei Frauen zeigt sich eine emotionale Öffnung

Bei Frauen zeigt sich das Frühlingshoch oft subtiler, aber nicht weniger intensiv. Während Männer häufiger von spontaner Lust getrieben werden, erleben viele Frauen eine emotionale Öffnung: mehr Romantik, stärkeres Bedürfnis nach Verbindung, gesteigerte Selbstwahrnehmung. Der steigende Östrogenspiegel verbessert Stimmung und Körpergefühl. Gleichzeitig fühlen sich viele Frauen attraktiver - nicht zuletzt, weil dicke Winterpullover verschwinden und die Bewegung an der frischen Luft zunimmt.

Interessant: Untersuchungen der University of Michigan deuten darauf hin, dass Frauen im Frühling bewusster auswählen als Männer. Das Interesse an Partnerschaft steigt, aber auch die Ansprüche. Qualität vor Quantität. Während Männer häufiger auf Sendung gehen, schalten Frauen eher auf Feintuning.

Beide Geschlechter reagieren, nur auf unterschiedlichen Kanälen

Männer zeigen Frühlingsgefühle oft extrovertierter: mehr Flirts, mehr Initiative, mehr impulsive Entscheidungen. Frauen erleben die Veränderungen häufig nach innen gerichtet: emotionaler, reflektierter, beziehungsorientierter. Beide Geschlechter reagieren also intensiv - nur auf unterschiedlichen Kanälen. Humorvoll formuliert: Männer bekommen im Frühling eher Hummeln im Schritt, Frauen Schmetterlinge im Bauch.

Frühlingsgefühle sind kein Klischee, sondern ein neurobiologisch gut belegtes Phänomen. Licht, Hormone und Evolution arbeiten Hand in Hand und machen uns offener, mutiger und kontaktfreudiger. Der beste Umgang damit: Gelassenheit. Nicht jede plötzliche Verliebtheit ist die große Liebe, und nicht jeder Flirt muss eine Lebensentscheidung nach sich ziehen. Aber den Energieschub zu nutzen - für Bewegung, soziale Kontakte oder neue Projekte - ist fast immer eine gute Idee. Der Frühling erinnert uns jedes Jahr daran, dass Veränderung möglich ist. Und manchmal beginnt sie mit nichts weiter als einem Sonnenstrahl auf der Haut.

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