Mädchen und junge Frauen leiden immer mehr an psychischen Problemen. Der Verein Amazone fordert nun gezielte Unterstützung. Laut Geschäftsführerin Angelika Atzinger zeigen sich immer mehr Depressionen, Angstgefühle und Stress. Auch Essstörungen sind ein großes Thema für junge Frauen.
In den vergangenen Jahren hat sich die psychische Gesundheit junger Frauen und Mädchen negativ entwickelt. Themen wie Angst, Druck und Stress werden begleitet vom Gefühl nicht gehört zu werden. Wie ein Bericht des Bundesministeriums für Gesundheit zeigt, hat jede dritte Schülerin der neunten Schulstufe fast täglich mit Angst zu kämpfen. Bei Buben ist es jeder zehnte.
In den Beratungen des Vereins ist auch Gleichstellung immer wieder Thema. Vorarlberg ist im Vergleich zu anderen Bundesländern nämlich das Schlusslicht, wenn es um Equal Pay geht. Die Differenz zwischen dem Verdienst von Männern und Frauen beträgt hier 21,7 Prozent, während sie sonst österreichweit bei 15,5 Prozent liegt. Laut Lea Putz-Erath, der Geschäftsführerin des Fraueninformationszentrums "femail" wird das Bewusstsein der zu Beratenden zum Thema finanzielle Absicherung immer größer.
In Vorarlberg ist neben der finanziellen Ungleichheit auch Tradition ein großes Thema. Die Rollenverteilung ist laut Amazone Chefin Atzinger im Bundesland nach wie vor sehr traditionell. Frauen übernehmen hier als größtenteils Aufgaben wie Kinderbetreuung und Hausarbeiten. Aber nicht nur die Aufgabenverteilung zeigt die Ungleichheit im Land. Laut Studien wird die ungleichmäßige Verteilung auch in Machtpositionen deutlich. In Vorarlberg ist der Anteil von Frauen in Führungspositionen mit 13,1 Prozent sehr niedrig.
Auch wenn weiterhin Aufholbedarf in einigen Punkten besteht, hat sich auch einiges getan. Mädchen haben im Schnitt einen höheren Bildungsabschluss. Auch auf Geschäftlicher Ebene hat sich viel getan: Mehr Frauen als Männer haben in den vergangenen Jahren Unternehmen gegründet und die Hälfte das Landtags ist erstmals weiblich.
Trotzdem steht fest, dass es eine mutige Frauenpolitik braucht um zu sensibilisieren und Bewusstsein für Geschlechtergerechtigkeit zu schaffen.