Wer mit dem Auto ins Ausland fährt, sollte vor dem Urlaub nicht nur die Route checken, sondern auch die Verkehrsregeln. Denn laut ÖAMTC halten sich hartnäckige Irrtümer rund um Strafen im Ausland – und die können richtig teuer werden.
"Eine kleine Unachtsamkeit kann schnell mehrere hundert Euro kosten oder sogar zum Verlust des Fahrzeugs führen", warnt ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner. Besonders in beliebten Urlaubsländern seien die Regeln oft deutlich strenger als in Österreich.
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1
Alkohol am Steuer kann im Gefängnis enden
Viele glauben, bei Alkohol am Steuer drohe "nur" eine Geldstrafe. Doch das stimmt nicht. In Italien kann das Auto beschlagnahmt werden, wenn der Fahrer mit mehr als 1,5 Promille unterwegs ist und ihm das Fahrzeug gehört. In Spanien droht ab 1,2 Promille sogar eine Haftstrafe von bis zu drei Monaten.
Schon ab 0,5 Promille werden hohe Summen fällig: mindestens 500 Euro in Spanien und Deutschland, in Italien mindestens 545 Euro.
2
Rasen wird in Skandinavien extrem teuer
Auch beim Tempo gibt es massive Unterschiede. Während viele Urlauber mit ähnlichen Strafen wie in Österreich rechnen, langt vor allem Nordeuropa kräftig zu.
In Norwegen kostet eine Überschreitung von 20 km/h mindestens 750 Euro. Wer dort 50 km/h zu schnell fährt, muss mit mindestens 1.365 Euro rechnen. In Schweden starten die Strafen bei 225 Euro.
In Italien werden für 20 km/h zu viel bereits 175 Euro verlangt – nachts wird die Strafe sogar um ein Drittel erhöht.
3
Falschparken sorgt oft Jahre später für Ärger
Besonders tückisch: Parkverstöße im Ausland. In Spanien können fürs Falschparken bis zu 200 Euro fällig werden, in Ungarn sogar rund 400 Euro. Der ÖAMTC berichtet außerdem immer wieder von Forderungen aus Kroatien, die erst Jahre später bei Urlaubern eintreffen. Oft geht es dabei um nicht bezahlte Parktickets.
Der Tipp der Experten: Parkticket fotografieren und Zahlungsbeleg mindestens fünf Jahre aufheben.
4
Handy am Steuer? Das wird richtig teuer
Auch beim Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung kennen viele Länder kein Pardon. In Frankreich kostet ein Verstoß mindestens 135 Euro. In Italien werden mindestens 250 Euro fällig, in Spanien starten die Strafen bei 200 Euro.
5
Nicht angeschnallt kostet bis zu 350 Euro
Wer glaubt, das Nichtanschnallen sei ein "Kavaliersdelikt", irrt ebenfalls. Während in Österreich mindestens 50 Euro drohen, kassiert Spanien bereits ab 200 Euro. In Griechenland kann die Strafe sogar auf 350 Euro steigen.
6
Strafzettel aus dem Ausland besser nicht ignorieren
Ein besonders gefährlicher Irrtum: Viele Urlauber glauben noch immer, ausländische Strafzettel einfach ignorieren zu können. Doch offene Strafen aus EU-Ländern können auch in Österreich eingetrieben werden. Wer später erneut ins Urlaubsland reist, muss ebenfalls mit Problemen rechnen.
Der ÖAMTC-Strafenkatalog für den Urlaub.
ÖAMTC
Der ÖAMTC rät deshalb, Strafen möglichst rasch zu bezahlen. Das kann sogar Geld sparen: In Spanien gibt es bei Zahlung innerhalb von 20 Tagen 50 Prozent Rabatt, in Italien innerhalb von fünf Tagen 30 Prozent Nachlass. Wer zu spät zahlt, riskiert dagegen eine Verdoppelung der Strafe.