Immer mehr Zwischenfälle mit aggressiven Fluggästen sorgen bei Airlines für Probleme. Ryanair-Chef Michael O’Leary macht dafür vor allem den Alkoholkonsum an Flughäfen verantwortlich – und fordert nun strengere Regeln.
Der Chef der irischen Billigfluglinie sprach sich in der britischen Zeitung "The Times" für Einschränkungen beim Alkoholverkauf in Flughafenbars aus. Besonders der Ausschank in den frühen Morgenstunden sei problematisch. Laut O’Leary müsse Ryanair inzwischen "fast täglich" Flüge wegen randalierender Passagiere umleiten.
Kritik übt der Airline-Chef vor allem an den Bars im Sicherheitsbereich der Flughäfen. Diese würden keine klassischen Schanklizenzen benötigen und könnten daher nahezu rund um die Uhr Alkohol ausschenken. O’Leary fordert deshalb kürzere Ausschankzeiten.
Zusätzlich bringt er erneut eine Begrenzung der konsumierten Getränke ins Spiel. "Warum beschränkt man die Anzahl der Getränke nicht über die Bordkarten?", so der Ryanair-Chef. Diese Idee habe er bereits mehrfach vorgeschlagen.
Nach Ansicht des Ryanair-Chefs führen Alkohol und Drogen immer häufiger zu aggressivem Verhalten an Bord. Früher seien betrunkene Passagiere eher eingeschlafen, heute seien viele "aggressiv und hyperaktiv". Besonders auf Flügen zu bekannten Partyzielen komme es regelmäßig zu Problemen.
"Vor zehn Jahren hatten wir vielleicht eine Flugumleitung pro Woche, heute sind es fast täglich", so O'Leary. Andere Fluglinien wie Jet2 sprechen sich laut Bericht inzwischen für eine gemeinsame Datenbank aus, um auffällige Passagiere künftig von Flügen auszuschließen.
Eine sogenannte "No-Fly-List" bedeutet laut der Plattform "Flightright", dass betroffene Personen nicht mehr mit einer Airline fliegen dürfen. In Europa werde dies meist über interne Sperrlisten geregelt. Gründe dafür können aggressives Verhalten, Alkohol- oder Drogenkonsum an Bord, Betrug oder ungültige Reisedokumente sein. Je nach Vorfall könne die Sperre zeitlich begrenzt oder lebenslang gelten.
In den USA werden Flugverbote staatlich geregelt. Sie können sämtliche Linienflüge in, aus oder über die Vereinigten Staaten betreffen. Laut "Flightright" werden dabei Daten mit Sicherheitslisten abgeglichen.