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Schock! Fischer zieht Ukraine-Seedrohne aus Mittelmeer

Rätselhafter Fund vor Griechenland: Ein Fischer entdeckte eine ukrainische Seedrohne in einer Meeresgrotte – der Motor lief noch.
Nick Wolfinger
10.05.2026, 16:55
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Rätselhafter Fund im Ionischen Meer: Ein Fischer hat vor der griechischen Insel Lefkada ein mit Sprengstoff beladenes Drohnenboot (Wasser- bzw. Seedrohne) entdeckt. Das griechische Verteidigungsministerium leitete daraufhin sofort eine Untersuchung ein.

Wie die Nachrichtenagentur AFP aus Ministeriumskreisen erfuhr, verständigte der Fischer nach dem Fund die Küstenwache. Eine Patrouille sicherte das Flugobjekt und brachte es zur weiteren Untersuchung nach Athen.

Motor lief noch

Laut der Zeitung "Kathimerini" wurde die Drohne Donnerstagfrüh in einer Grotte im Südwesten der Insel Lefkada gefunden. Besonders brisant: Der Motor der Drohne soll beim Auffinden noch gelaufen sein, berichtete der Sender ERT.

Das ferngesteuerte Miniboot wurde von griechischen Experten als ukrainische Seedrohne vom Typ "Magura V5" identifiziert. Entwickelt wurde das Modell von einem Privatunternehmen im Auftrag des ukrainischen Militärgeheimdienstes. Sie kann mit 200 bis 300 Kilogramm Sprengstoff beladen werden – genug um große Fracht- oder Kriegsschiffe zu versenken.

Wegen ihrer flachen Bauart können sie von Radarsystemen praktisch nicht entdeckt werden. Die griechische Küstenwache zerstörte die Drohne am Samstag mit einer kontrollierten Sprengung.

Ukrainische Angriffe im Mittelmeer

Diese unbemannten Systeme setzt die Ukraine im Krieg gegen Russland immer wieder gegen Schiffe und Ziele im Schwarzen Meer ein. Erst im Dezember soll laut ukrainischem Geheimdienst SBU ein Tanker der russischen Schattenflotte im Mittelmeer mit Drohnen attackiert worden sein. Das Schiff "Quendil" habe dabei "beträchtlichen Schaden" erlitten.

Als russische Schattenflotte gelten alte Tanker und Frachtschiffe unter fremden Flaggen, mit denen Moskau internationale Sanktionen und das Ölembargo umgeht. Immer wieder stehen diese Schiffe auch im Verdacht, bei Sabotageakten gegen westliche Infrastruktur beteiligt zu sein.

Geisterschiff vor griechischer Küste

Auch hinter den ungeklärten Explosionen auf dem Flüssiggastanker "Arctic Metagaz" am 2. März zwischen Griechenland und Libyen könnte eine ukrainische Seedrohne stecken. Das mit 62.000 Tonnen Flüssiggas beladene Schiff treibt seit der Evakuierung der Mannschaft führungslos durchs Meer und droht bei Beschädigung zu explodieren.

Der russische Flüssiggas-Tanker "Arctic Metagaz" treibt nach Explosionen an Bord seit März führungslos durchs Mittelmeer zwischen griechischer und libyscher Küste.
Reuters/Marina Militare

Wo wurden die Drohnen gestartet?

Besonders auffällig: Das Mittelmeer liegt rund 2.000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Von wo die Drohnen gestartet wurden, ist bis heute unklar. Laut der griechischen Zeitung "Ta Nea" gehen die Behörden derzeit von zwei möglichen Szenarien aus.

Demnach könnte die am Donnerstag mit noch laufendem Motor in einer Wasserhöhle entdeckte Seedrohne von einem ukrainischen "Mutterschiff" – etwa einem Frachter oder einer Jacht – verloren worden sein. Dabei dürfte die Kontrolle über das unbemannte Boot abgerissen sein.

Als zweite Möglichkeit prüfen die Ermittler, ob die Drohne bewusst in der Grotte bei Lefkada versteckt wurde – womöglich als Vorbereitung auf einen späteren Einsatz.

{title && {title} } NW, {title && {title} } 10.05.2026, 16:55
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