"Hass gegen Russland"

Fico attackiert EU bei Empfang im Kreml heftig

Als einziger EU-Regierungschef reiste Robert Fico zu Putins Militärparade nach Moskau – und bekam dafür jede Menge Lob vom Kremlchef.
Nick Wolfinger
10.05.2026, 13:00
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Vor der großen Militärparade auf dem Roten Platz hat Russlands Präsident Wladimir Putin den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico im Kreml empfangen. Dabei spielte Putin auch auf die Probleme rund um Ficos Anreise an. Mehrere europäische Länder hatten ihren Luftraum für den Flug nach Moskau nicht freigegeben.

"Ich weiß, dass es einige Schwierigkeiten mit Ihrer Reise nach Moskau gab. Aber das Wichtige ist, dass Sie hier sind", sagte Putin beim Treffen mit dem slowakischen Regierungschef.

Putin-Lob: "Historische Wahrheit"

Der Kremlchef lobte zudem Ficos Haltung gegenüber Russland. Dessen "konstante Haltung gegenüber der Bewahrung der historischen Wahrheit" verdiene Respekt, sagte Putin.

Außerdem hob er die "souveräne Außenpolitik" der slowakischen Regierung hervor. Russland werde alles tun, um den Energiebedarf der Slowakei zu decken, versprach Putin weiter. Bratislava setzt weiterhin auf Öl aus Russland.

Fico warnt vor "eisernem Vorhang"

In einem Facebook-Video auf dem Rückflug nach Bratislava sprach sich Fico klar gegen eine weitere Isolation Russlands aus. "Ich lehne einen neuen Eisernen Vorhang zwischen der EU und Russland ab", sagte Fico. Seine Regierung habe "Interesse an normalen freundschaftlichen und gegenseitig vorteilhaften Beziehungen" zu Russland – ebenso wie zu allen anderen Staaten.

Der slowakische Premier war der einzige Regierungschef eines EU-Landes, der zum Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland nach Moskau reiste. Bei der Militärparade selbst saß Fico allerdings nicht auf der Tribüne. Bereits am Freitag hatte er am Grab des Unbekannten Soldaten einen Kranz niedergelegt.

EU-Kurs "ideologisch" motiviert

Fico attackierte in seinem Video auch die Energiepolitik der Europäischen Union scharf. Die Pläne der EU, sich vollständig von russischen Energielieferungen zu lösen, seien rein "ideologisch" motiviert und würden Europas Wirtschaft schaden. Dass der russische Einmarsch in der Ukraine der Auslöser der Differenzen zwischen Brüssel und Moskau ist, erwähnte er nicht.

Fico: "Hass gegen Russland"

"Es ist ein Fehler, aus Hass gegen Russland eine Energieabhängigkeit durch eine andere zu ersetzen, diesmal eine amerikanische, die noch dazu weitaus teurer ist", sagte Fico.

Die Slowakei bleibt weiterhin stark von russischem Öl abhängig. Die Regierung in Bratislava macht zudem die Ukraine für wirtschaftliche Probleme verantwortlich, nachdem Kiew Anfang 2025 die Durchleitung von russischem Gas stoppte.

Als ab Ende Jänner 2026 auch kein russisches Öl mehr über die Ukraine floss, rief die slowakische Regierung sogar einen "Erdölnotstand" aus.

Kritik aus Deutschland

Aus Deutschland kam erneut Kritik an Ficos Russland-Kurs. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte zuletzt, die Haltung des slowakischen Premiers entspreche nicht jener anderer europäischer Regierungschefs.

Während die EU auf Abstand zum Kreml setzt, geht Fico demonstrativ den entgegengesetzten Weg.

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