Nach monatelanger Unterbrechung fließt wieder russisches Öl durch die wichtige Druschba-Pipeline Richtung EU. Die Ukraine hat die Lieferungen nach eigenen Angaben nun wieder aufgenommen.
Wie aus dem ukrainischen Energiesektor verlautete, starteten die Öllieferungen am Mittwoch um 12:35 Uhr Ortszeit (11:35 Uhr MESZ). Die Pipeline war seit Januar außer Betrieb gewesen, nachdem sie durch einen russischen Angriff beschädigt worden war. Erst am Dienstag meldete die Ukraine die erfolgreiche Reparatur der Anlage.
Die Wiederinbetriebnahme war zuletzt auch politisch brisant. Zwischen Kiew und Budapest hatte es einen heftigen Streit gegeben, da Ungarn auf die ausbleibenden Lieferungen verwiesen hatte. Die Pipeline ist zentral für die Versorgung von Ungarn und der Slowakei.
Mit dem Neustart könnte nun auch Bewegung in ein weiteres Thema kommen: Die Ukraine hofft, dass damit ein Hindernis für die Auszahlung eines 90 Milliarden Euro schweren EU-Kredits beseitigt ist.
Vor allem Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hatte die Freigabe der Mittel blockiert und dies unter anderem mit dem Stopp der Öllieferungen begründet. Nach seiner Wahlniederlage vor rund eineinhalb Wochen signalisierte Orbán jedoch, die Unterstützung künftig nicht mehr aufzuhalten.