Im Ringen um Unterstützung aus den USA sollen ukrainische Unterhändler zu ungewöhnlichen Mitteln gegriffen haben. Laut einem Bericht wurde sogar ein neuer Name für Teile des umkämpften Donbass ins Spiel gebracht.
Wie die "New York Times" unter Berufung auf mehrere nicht namentlich genannte Quellen berichtet, hätten ukrainische Regierungsvertreter vorgeschlagen, ein umkämpftes Gebiet im Osten des Landes nach US-Präsident Donald Trump zu benennen. Demnach sei die Idee aufgekommen, die Region "Donnyland" zu nennen.
Ursprünglich soll der Begriff von einem ukrainischen Unterhändler scherzhaft verwendet worden sein. Dahinter stand laut Bericht jedoch ein strategisches Ziel: Die US-Regierung sollte dazu bewegt werden, sich stärker gegen die territorialen Ansprüche Russlands zu positionieren. In den Gesprächen werde der Ausdruck weiterhin verwendet, habe aber bislang keinen Eingang in offizielle Dokumente gefunden.
Der Hintergrund: Russland versucht weiterhin, die vollständige Kontrolle über den Donbass zu erlangen, während ukrainische Truppen in der Region Widerstand leisten. Das Gebiet ist stark militarisiert und von Verteidigungsstellungen geprägt, die den Vormarsch russischer Kräfte bislang bremsen konnten.
Gleichzeitig steht die Ukraine unter Druck, mögliche Kompromisse einzugehen. Nach einem Treffen zwischen Trump und Kreml-Chef Wladimir Putin im vergangenen Jahr in Alaska hatte die US-Regierung signalisiert, ein Friedensabkommen unterstützen zu können, bei dem sich die Ukraine auf die Verwaltungsgrenzen der Region Donezk zurückzieht. Kritiker sehen darin ein weitreichendes Entgegenkommen gegenüber Moskau.
Die Idee rund um "Donnyland" wird daher als Versuch gewertet, dieser Entwicklung entgegenzuwirken und die Unterstützung der USA zu sichern. Aus ukrainischer Sicht wäre ein Gebietsverlust riskant: Sollte Russland die Kontrolle ausweiten, könnte dies künftige militärische Vorstöße erleichtern, da hinter den aktuellen Verteidigungslinien weniger stark ausgebaute Stellungen vorhanden sind.