Die Lufthansa-Tochter Swiss verschärft ihren Sparkurs und nimmt nun auch das Bodenpersonal ins Visier. Betroffen sind vor allem Mitarbeiter in der Verwaltung.
Wie Swiss-Chef Jens Fehlinger der "NZZ am Sonntag" sagte, soll rund zehn Prozent der administrativen Belegschaft abgebaut werden. Kündigungen seien derzeit jedoch nicht geplant. "Die Rede ist ausschließlich von freiwilligen Abgängen", erklärte Fehlinger.
Um Einsparungen zu erreichen, setzt die Fluggesellschaft auf finanzielle Anreize. Mitarbeiter, die unbezahlten Urlaub nehmen, sollen etwa 20 Prozent ihres eingesparten Grundgehalts erhalten. Ein ähnliches Modell hatte Swiss bereits zuvor beim Kabinenpersonal eingeführt.
Als Grund für die Maßnahmen nennt der Airline-Chef den steigenden Kostendruck. Neben höheren Kerosinpreisen verwies Fehlinger auf teurere Flugzeugwartung, Umweltabgaben und gestiegene Personalkosten. Insgesamt wolle die Airline zehn Prozent ihrer Kosten einsparen. Dies sei notwendig, "nur damit die Kostenstruktur gleich bleibe".
Die Lufthansa-Gruppe, zu der auch die AUA gehört, hatte bereits Mitte April neue Sparmaßnahmen angekündigt. Unter anderem werden derzeit keine neuen Mitarbeiter mehr eingestellt.
Fehlinger erklärte zudem, dass der Mutterkonzern Lufthansa in der Verwaltung sogar 20 Prozent einspare. Bei Swiss seien "vorerst nur zehn Prozent" geplant. Das bezeichnete der Airline-Chef als "ein gesundes Maß".
Trotz der Sparmaßnahmen sei Swiss weiterhin profitabel. Allerdings hätten manche Konkurrenten die Airline zuletzt bei der Profitabilität überholt. Die Nachfrage nach Flügen sei weiterhin hoch. "Wenn wir nicht davon profitieren, tun es andere", sagte Fehlinger.
Laut Unternehmensangaben beschäftigte Swiss Ende des vergangenen Jahres insgesamt 3.432 Mitarbeiter im Bodenbereich inklusive Verwaltung. Beim Kabinenpersonal wurden die Sparziele laut Fehlinger bereits erreicht. Dort hatte Swiss freiwillige Abgänge mit einer Prämie von 15.000 Franken angeboten, wenn Mitarbeiter bis Ende April kündigten.
Rund 140 Beschäftigte im Kabinenbereich sollen das Unternehmen verlassen. Zwangskündigungen werde es dort nicht geben. "Dank diesen rein freiwilligen Maßnahmen konnten wir den Überbestand reduzieren", sagte Fehlinger der Zeitung.