Verbotene Liebe

"Familie verstieß mich, weil Freund kein Albaner ist"

Die deutsche Influencerin Zana erzählt offen von ihrer "verbotenen Liebe" und wie sie deshalb von ihrer Familie verstoßen wurde.
Newsdesk Heute
10.05.2026, 15:50
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"Ich bin Albanerin und habe mich für einen Nicht-Albaner entschieden – und muss mit der Konsequenz leben, dass ich verstoßen wurde." Mit diesen Worten erreicht Zana derzeit hunderttausende Menschen auf TikTok. In mehreren Videos spricht sie darüber, wie ihre Beziehung in der Familie zum Tabuthema wurde.

Jahrelang im Schatten gelebt

Zana und ihr Freund, dessen Herkunft sie nicht verraten will, haben sich schon in der Schulzeit kennengelernt. "Wir waren jung, ohne Hintergedanken und wussten nicht, was auf uns zukommt." Schon damals wurde ihnen klar, dass ihre Liebe für viele ein Problem ist. Wie "20 Minuten" berichtet, mussten sie ihre Beziehung jahrelang verstecken.

Aus Angst, von der Familie verstoßen zu werden, und weil sie niemanden verletzen wollten, trafen sie sich heimlich. Versteckte Dates im Auto gehörten zum Alltag. Immer mit der Sorge, entdeckt zu werden. "Ein einziger Moment hätte alles zum Einsturz bringen können", erzählt Zana.

"Von heute auf morgen hatte ich kein Zuhause mehr"

"Wir waren zwei junge Menschen, die zusammen sein wollten, aber nicht durften. Paranoia war unser täglicher Begleiter." Irgendwann kam die Wahrheit ans Licht. Die Familie akzeptierte die Beziehung zu einem Mann anderer Herkunft nicht. Zana berichtet von emotionaler Erpressung, Gewalt und Drohungen. Sie litt unter Panikattacken und einem Nervenzusammenbruch. "Von heute auf morgen hatte ich kein Zuhause mehr – kein Bett, keine Sicherheit."

Zwei Monate lang schlief sie in einer Notunterkunft am Boden. "Ich stand finanziell und emotional vor dem Nichts." Schließlich wurde ihr klar: In Deutschland hält sie nichts mehr. Sie wagte einen Neuanfang und wanderte nach Zypern aus.

Wegen anderer Herkunft von der Familie verstoßen – kein Einzelfall

"Ich konnte nicht mehr mit dieser Entscheidung leben, also habe ich mich für die Liebe entschieden." Oft wird Zana gefragt, ob sie ihre Entscheidung bereut. Ihre Antwort: Nein. Ihre Geschichte ist kein Einzelfall. Auf TikTok haben ihre Videos hunderttausende Menschen erreicht. Viele teilen in den Kommentaren ähnliche Erfahrungen.

Eine Nutzerin schreibt: "Ich habe meine Familie auch für die Liebe verlassen – als Kurdin. Ich würde meinen Kindern niemals so ein Leid zufügen. Niemals würde ich sie vor so eine Wahl stellen." Auch eine Albanerin schildert ihre Geschichte: "Ich bin mit einem Italiener verheiratet, wir haben drei Kinder und sind mittlerweile sogar Oma und Opa geworden. Trotzdem hatte ich 20 Jahre lang keinen Kontakt zu meiner Familie."

Eine Serbin berichtet: "Ich musste mich innerlich und räumlich von meiner Familie trennen, um wirklich leben zu können." Andere erzählen von einem glücklicheren Ende: "Ich habe genau dasselbe erlebt, aber meine Eltern haben es nach fünf Jahren Beziehung endlich akzeptiert", schreibt eine weitere Nutzerin.

Interkulturelle Beziehungen in Europa nehmen zu

Dieses gesellschaftliche Muster nennt man Endogamie. Das heißt, die Partnerwahl bleibt oft innerhalb derselben ethnischen, religiösen oder kulturellen Gruppe. Besonders in Familien, wo das Kollektiv zählt, ist die Liebe keine reine Privatsache, sondern betrifft die ganze Familie.

Studien zeigen aber, dass interkulturelle Beziehungen in Europa immer häufiger werden. Eine Untersuchung der University of Cambridge aus dem Jahr 2024 belegt: Die Zahl der sogenannten "Mixed Couples" ist in den letzten Jahrzehnten gestiegen. Gleichzeitig bleibt der Widerstand in den Familien eine der größten Hürden für viele Paare.

Jetzt bist du dran: Hast du Ähnliches erlebt? Hast du selbst einen Partner oder eine Partnerin mit anderer Herkunft? Wie hat deine Familie reagiert? Erzähl uns deine Geschichte unten im Formular!

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