12 Euro pro Passagier – diese Abgabe sorgt aktuell für helle Aufregung beim irischen Billigflieger Ryanair. Gemeint ist die Luftverkehrssteuer, die dem – ohnehin stark angeschlagenen – Bundeshaushalt zugutekommt. Die Billigairline fordert jedoch die komplette Streichung.
Bereits im März forderte Ryanair ein Ende der Steuer. Bis zum 1. Mai müsse sie "unverzüglich" abgeschafft werden – nur dann werde man den im vergangenen Herbst vorgelegten Investitionsplan über 1 Mrd. Dollar (868,3 Mio. Euro) umsetzen und zehn neue Flugzeuge in Wien stationieren. "Bis dahin werden Wien und Österreich weiterhin gegenüber kostengünstigeren Ländern ohne Luftverkehrssteuern wie Schweden, der Slowakei und italienischen Regionen den Kürzeren ziehen", hieß es.
Seitdem ist allerdings nicht viel passiert, die Luftverkehrssteuer ist weiterhin in Kraft. Entsprechend negativ fiel die Reaktion der Billigairline aus. Im Gespräch mit der "Krone" ärgerte sich Ryanair-Österreich-Sprecher Andreas Gruber: "Es wird definitiv Kürzungen geben, und es kann jeder Flughafen davon betroffen sein, weil Österreich einfach zu teuer ist." Die zwölf Euro seien ein "enormer Wettbewerbsnachteil", so der Sprecher. "Da muss man sich als europäische Airline überlegen, wo man hinfliegt."
Die irische Billigairline verfügt insgesamt über eine Flotte von 640 Flugzeugen, 14 davon sind derzeit in Wien stationiert. Das bedeutet: Die Maschinen haben ihre Basis in der Bundeshauptstadt und starten von dort zu verschiedenen Destinationen. Im Vorjahr waren noch 19 Ryanair-Flieger in Wien stationiert. Fünf Maschinen zog die Airline jedoch ab – als Grund wurde damals ebenfalls die Luftverkehrssteuer genannt.
"Heute" fragte im Mobilitätsministerium von Peter Hanke (SPÖ) nach dem aktuellen Stand der Dinge: "Wir haben immer klar gesagt, dass im Jahr 2026 keine Änderung möglich ist." Ob das auch für die Jahre danach gilt, ließ man offen: "Aktuell laufen die Budgetverhandlungen für 2027 und 2028 – ob es etwaigen Spielraum gibt, um Anpassungen bei der Flugabgabe vorzunehmen, wird sich erst im Zuge der Gespräche zeigen. Dem wollen wir nicht vorgreifen", so ein Sprecher.
"Der österreichische Luftstandort – allen voran der Flughafen Wien-Schwechat – ist absolut wettbewerbsfähig. Das zeigt sich auch anhand der Tatsache, dass regelmäßig neue Verbindungen durch andere Airlines Verbindungen nach Österreich aufnehmen", betonte man weiter.
Die Ankündigungen von Ryanair nehme man selbstverständlich ernst. "In dem Zusammenhang muss man auch die Rahmenbedingungen kennen: Low-Cost-Carrier sind im europäischen Binnenmarkt sehr flexibel und Ryanair ist bekannt dafür, ihre Luftfahrzeuge häufig zu verschieben, um einzelne Standorte gegeneinander auszuspielen. Die Gründe dafür sind komplex und gehen weit über einzelne Kostenpunkte hinaus", unterstrich man abschließend.