Harter KV-Abschluss

"Einigung an der Schmerzgrenze" für 68.000 Betroffene

In der 6. Verhandlungsrunde haben sich die Sozialpartner auf einen Kollektiv-Abschluss für die rund 68.000 Beschäftigten des Finanzsektors geeinigt.
Newsdesk Heute
07.05.2026, 07:31
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Das nun erzielte Gesamtpaket bestehe aus monetären wie dienstrechtlichen Verbesserungen, heißt es seitens der Arbeitnehmervertreter der Gewerkschaft GPA in der Nacht auf Dienstag. So werden die kollektivvertraglichen Mindestgehälter um drei Prozent sowie einen Fixbetrag von fünf Euro erhöht. Die Lehrlingseinkommen sowie die Kinderzulage steigen um 3,13 Prozent. Ergänzt wird dies durch Neuerungen im Dienstrecht, speziell zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Seitens der Gewerkschaft GPA sieht man einen schwierigen, aber tragfähigen Kompromiss.

"Der heute erzielte Abschluss ist eine Einigung an der Schmerzgrenze. Einzelne Punkte wären für sich allein nicht ausreichend gewesen. Doch in Summe bringt der Abschluss spürbare, nachhaltige Verbesserungen für Einkommen und zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie", betont Wolfgang Pischinger, Chefverhandler der Gewerkschaft GPA und Zentralbetriebsrat der Oberbank.

Das Abwenden von Einmalzahlungen sei der wichtigste Erfolg, damit habe man eine nachhaltige Gehaltserhöhung für alle Kolleginnen und Kollegen sichern können. Durch die Anwendung des Fixbetrags werde zudem Rücksicht auf niedrigere Einkommensgruppen genommen.

Mehr Pflegetage

Im Bereich des Dienstrechts konnte eine Erweiterung der Pflegefreistellung um zwei Tage pro Jahr erreicht werden. Dies gilt sowohl für Kinder als auch für Eltern, Partner:innen und Enkelkinder. Zudem ist die zweite Woche Pflegefreistellung nun für Kinder bis zu 14 Jahren möglich.

"Das bedeutet eine konkrete Verbesserung für alle Beschäftigten mit Betreuungspflichten. Vor allem dann, wenn Betreuung plötzlich organisiert werden muss", betont Anita Palkovich, Verhandlerin der Gewerkschaft GPA. Zusätzlich erhalten Beschäftigte mit behinderten Kindern die doppelte Kinderzulage. Die Gewerkschaft sieht darin einen zentralen Schritt, um jene zu unterstützen, die besonders viel zu schultern haben.

"Genau diese Kombination aus linearer Erhöhung und familienfreundlichen Verbesserungen macht das Paket tragfähig", so Pischinger und Palkovich. "Die Betriebsversammlungen und Aktionen der letzten Wochen haben die entscheidende Bewegung auf Arbeitgeberseite gebracht. Dass heute ein Abschluss erzielt werden konnte, ist der breiten Rückendeckung aus den Betrieben zu verdanken".

{title && {title} } red, {title && {title} } 07.05.2026, 07:31
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