Im Ringen um den Kollektivvertrag im Finanzsektor sind die Fronten weiter verhärtet. Die fünfte Verhandlungsrunde ist erneut ohne Einigung unterbrochen worden. Die Gewerkschaft GPA wirft den Arbeitgebern weiter eine Blockadehaltung vor.
Konkret liegt das Angebot laut Gewerkschaft weiter bei 2,3 Prozent mehr Gehalt, einem Fixbetrag von 20 Euro und einer Einmalzahlung von 250 Euro. Für die Arbeitnehmerseite ist das angesichts der Ertragslage der Branche zu wenig. Sie fordern eine Anhebung über der rollierenden Inflation, die für die Verhandlungen mit 3,6 Prozent angenommen wird.
"Die anhaltende Ablehnung der Arbeitgeber auf einen angemessenen Abschluss verunmöglicht es, eine tragbare Lösung für beide Seiten zu finden", sagt Wolfgang Pischinger, Chefverhandler der GPA und Zentralbetriebsrat der Oberbank. Und weiter: "Unsere Aufgabe als Sozialpartner ist es, entlang der wirtschaftlichen Entwicklung der eigenen Branche zu agieren und eine Einigung am Verhandlungstisch zu erzielen."
Auch Verhandlerin Anita Palkovich geht auf die Barrikaden. "Wenn Fakten keine Rolle mehr spielen und das einzige Argument darin besteht, Abschlüsse anderer Branchen als Rechtfertigung für ein niedriges Angebot zu verwenden, hat das wenig mit konstruktiven Verhandlungen zu tun", sagt sie. Wie’s weitergeht? Die GPA hat bereits eine österreichweite Konferenz der Betriebsräte der Branche einberufen, um das weitere Vorgehen festzulegen.
"In der kommenden Woche werden wir Betriebsversammlungen einberufen, um gemeinsam mit den Beschäftigten den Weg für weitere Maßnahmen freizumachen", kündigt Pischinger an. Für Palkovich ist klar: "Kampfmaßnahmen können somit nicht mehr ausgeschlossen werden." Laut Gewerkschaft reichen diese "von Aktionen in den Betrieben bis hin zu ersten Warnstreiks", sollte auch die nächste Runde scheitern.
Die sechste Verhandlungsrunde findet am 4. Mai statt. Die GPA betont weiter, dass sie eine Lösung am Verhandlungstisch will. Dafür müssten die Arbeitgeber aber endlich ein besseres Angebot vorlegen.