Der Wirtschaftskammer-Fachverband Energiehandel ließ am Donnerstag mit einer besorgniserregenden Nachricht aufhorchen: Obwohl die heimische Kraftstoffversorgung aktuell gewährleistet sei, könnte zu Pfingsten ein Engpass drohen. Ein Problem, das sich aufgrund des steigenden Verbrauchs auch in der Sommerurlaubszeit wiederholen könnte.
Demnach würden vor allem die aktuellen geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten sich belastend auf die Treibstoffversorgung auswirken. Kraftstoffmengen, die wegen des Iran-Konflikts fehlen, stünden dem europäischen Markt nicht zur Verfügung und könnten auch nicht kurzfristig ersetzt oder nachverarbeitet werden. Dabei würde man jetzt genau diese Mengen als Risikopuffer, so die Warnung.
Fachverbandsobmann Jürgen Roth betonte, dass jene Ware, die jetzt verkauft wird, bereits zuvor verarbeitet worden sei. Ihm zufolge seien die heimischen Lager so gefüllt, dass man das "Hier und Jetzt" überstehen könne. Sollte es zusätzliche Störungen, eine höhere Nachfrage oder eine weitere Eskalation im Nahen Osten geben, sehe es schlechter aus.
Besonders Diesel sei gerade gefragt und nur in begrenzten Mengen vorhanden. Der Markt würde den Treibstoff natürlich dort anbieten, wo man den meisten Profit damit erzielen könne. Dies würde die Preise natürlich in die Höhe treiben, meinte Roth und gab gleichzeitig zu bedenken: "Falls wir unsere PNR-Pflichtnotstandsreserve aufmachen, dann brennt der Hut."
Der Spritpreisbremse der Bundesregierung stellte der Fachverband kein gutes Zeugnis aus. Sie sei im "internationalen Kontext wirkungslos" und würde kleinere Marktteilnehmer benachteiligen. Dabei wären gerade diese für einen "sehr guten" Wettbewerb verantwortlich.
Roth zufolge seien multinationale Unternehmen nicht bereit dazu, auf eine österreichische Margenreduktion Rücksicht zu nehmen. Der Fachverbandsobmann betonte, dass nicht einmal die OMV die Reduktion abfedern könne, kleine Tankstellen würden dies dann "erst recht nicht" schaffen.
Der Rat an die Politik: Man solle die Margenreduktionsverordnung auslaufen lassen und Steuersenkungen zur Preisregulierung einführen. So könne man dazu beitragen, die Versorgungssicherheit nicht zusätzlich zu gefährden.