Kollegin (28) getötet

Direktor stellte Lehrer vor Bluttat noch eine Frage

Nach der Bluttat an einer Schule im Innviertel herrscht tiefe Betroffenheit. Der Direktor der Mittelschule enthüllt nun neue Details zum Lehrer.
André Wilding
16.06.2026, 08:42
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Der Schock sitzt tief. Drei Tage nach dem Femizid an der Bilger-Breustedt-Mittelschule in Taufkirchen an der Pram versuchen Lehrer, Schüler und Eltern noch immer zu begreifen, was am vergangenen Freitag passiert ist.

Für Schuldirektor Hans Peter Rockenschaub gibt es auf die zentrale Frage bislang keine Antwort. "Wir können uns das alles nicht erklären", sagt er im Gespräch mit den "OÖN". Die kommenden Tage stünden ganz im Zeichen der Aufarbeitung. Gespräche mit den Kindern sowie die Betreuung durch Lehrer und Krisenhelfer hätten nun oberste Priorität.

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Kollegin in Bibliothek erschossen

Wie berichtet, soll ein 29-jähriger Lehrer nach Unterrichtsende eine 28-jährige Kollegin in der Schulbibliothek getötet haben. Anschließend nahm er sich laut Ermittlungen selbst das Leben.

Der Direktor kannte den Mann seit vielen Jahren. "Ich kannte ihn schon lange, wir stammen ja aus derselben Gegend, ich hab' ihn jahrelang im Jugendfußball trainiert", erzählt Rockenschaub gegenüber den "Oberösterreichischen Nachrichten". Der Pädagoge unterrichtete Deutsch und Geschichte sowie Sport als Zusatzfach und war zudem stellvertretender Direktor.

"Er war ein sehr beliebter und guter Lehrer, er war sehr bedacht." Hinweise auf eine derartige Tat habe es aus seiner Sicht nicht gegeben. Bekannt sei allerdings gewesen, dass der Mann Gefühle für das spätere Opfer hatte. "Was ich schon wusste, war, dass er in die Kollegin sehr verliebt war", sagt der Schulleiter zu den "OÖN".

"Schauen wir mal"

Zuletzt hätten die beiden aus Sicht des Direktors wieder problemlos zusammengearbeitet. "Im Gegenteil, ich hatte sogar den Eindruck, dass er sich mit der Situation abgefunden hatte", sagt Rockenschaub.

Am Freitag blieb der Lehrer nach Unterrichtsende noch länger in der Schule. Laut Direktor sei das nichts Ungewöhnliches gewesen, da er als Bibliothekar regelmäßig in den Räumlichkeiten arbeitete und Unterricht vorbereitete. Als Rockenschaub die Schule verließ, habe er ihm noch ein schönes Wochenende gewünscht. Auf die Frage, ob man sich am Sonntag bei einer 50-Jahr-Feier sehen werde, habe der Kollege lediglich geantwortet: "Schauen wir mal".

Familie suchte nach Lehrerin

Wenig später dürfte der Mann die Lehrerin um ein Gespräch gebeten haben. Sie hatte ihre letzte Unterrichtsstunde gerade beendet. Danach kam es laut Ermittlern in der Bibliothek zur tödlichen Attacke.

Erst Stunden später wurde die Tat entdeckt. Weil die 28-Jährige nicht nach Hause gekommen war, suchte ihre Familie nach ihr. Die Ortung ihres Mobiltelefons führte schließlich zur Schule. Dort machten Kollegen die schreckliche Entdeckung.

Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe

Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555

Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247

Rat auf Draht: 147

Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20

Polizei-Notruf: 133

Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte  >

Am ersten Schultag nach der Tragödie standen vor allem die Schüler im Mittelpunkt. "Die Schüler haben sehr viele Fragen gestellt", berichtet Rockenschaub der Tageszeitung. Gemeinsam mit Fachleuten der Krisenhilfe wurden die Kinder in Klassen und Einzelgesprächen betreut.

Besonders oft sei eine Frage gestellt worden: Warum? Eine Antwort darauf gebe es jedoch nicht. "Leider ist es jene Frage, die niemand beantworten kann."

Gedenkräume eingerichtet

Um Abschied nehmen zu können, wurden an der Schule zwei getrennte Gedenkräume eingerichtet. Schüler legen dort Blumen, Fotos, Kerzen und selbst gebastelte Erinnerungsstücke ab. Die Anteilnahme sei groß, denn beide Lehrkräfte seien bei den Kindern sehr beliebt gewesen.

Wie der Schulalltag in den kommenden Wochen aussehen wird, ist noch offen. "Wir werden schauen, dass wir ganz langsam wieder in den Rhythmus kommen."

{title && {title} } wil, {title && {title} } Akt. 16.06.2026, 08:47, 16.06.2026, 08:42
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