Ein mutmaßlicher Femizid und ein anschließender Suizid erschüttern die oberösterreichische Gemeinde Taufkirchen an der Pram. Am Freitagabend wurden Polizei und Rettungskräfte zu einem Einsatz an der örtlichen Mittelschule gerufen. Dort fanden Ermittler eine tote Frau, berichtet die "Krone".
Wenig später wurde auch der mutmaßliche Täter tot entdeckt. Das Landeskriminalamt Oberösterreich hat die Ermittlungen übernommen. Nach den bisherigen Erkenntnissen soll sich die Gewalttat zwischen 17 und 18 Uhr ereignet haben.
Als Tatort gilt die Bibliothek der Mittelschule. Dort wurde die Leiche einer 28-jährigen Frau gefunden. Die Frau soll ebenso wie der Verdächtige als Pädagogin an der Schule gearbeitet haben. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht ein 29-jähriger Mann.
Nach aktuellem Stand soll es sich bei ihm um den Ex-Partner der Getöteten handeln. Die Ermittler gehen davon aus, dass er nach der Tat mit einem Auto vom Schulgelände weggefahren ist. Die Flucht endete jedoch nur kurze Zeit später, heißt es im Bericht weiter.
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Rund 22 Kilometer vom Tatort entfernt entdeckten Einsatzkräfte den Wagen schwer beschädigt. Nach der Spurenlage soll das Fahrzeug gegen einen Baum geprallt sein. Der 29-Jährige überlebte den Vorfall nicht. Die Ermittler gingen aufgrund der vorgefundenen Hinweise zunächst von einem Suizid aus.
Besonders die Umstände am Fundort des Mannes beschäftigen die Kriminalisten. Laut den bisherigen Erkenntnissen wies der Tote unter anderem Schussverletzungen im Kopfbereich auf.
Welche Abläufe sich genau abgespielt haben und in welcher Reihenfolge die Ereignisse stattfanden, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen. Die Nachricht von der Bluttat löste in der Innviertler Gemeinde große Betroffenheit aus.
Dass sich das Geschehen ausgerechnet in einer Schule abgespielt haben soll, sorgt für zusätzliches Entsetzen. Für viele Menschen in Taufkirchen an der Pram ist die Mittelschule ein zentraler Ort des Gemeindelebens. Umso größer ist der Schock über die Ereignisse, die sich dort am frühen Freitagabend abgespielt haben dürften.
Zu einem möglichen Motiv machten die Ermittler zunächst keine näheren Angaben. Da es sich bei der Getöteten um die ehemalige Lebensgefährtin des mutmaßlichen Täters handeln soll, wird ein Zusammenhang mit der früheren Beziehung als wahrscheinlich angesehen. Bestätigte Informationen zu den Hintergründen lagen am Freitagabend jedoch noch nicht vor.
Das Landeskriminalamt Oberösterreich arbeitet nun daran, die genauen Umstände der Tat zu rekonstruieren. Dazu werden Spuren ausgewertet, Zeugen befragt und die Ergebnisse der gerichtsmedizinischen Untersuchungen abgewartet. Viele Fragen sind derzeit noch offen.
Fest steht bislang nur, dass innerhalb weniger Stunden zwei Menschen ihr Leben verloren haben und eine Gemeinde unter Schock steht. Die Ermittlungen dauern an.