"Eislady" Estibaliz C. mauerte zwei Leichen im Keller ein, eine Waldviertlerin quälte ihren eigenen Sohn in einer Hundebox – im Maßnahmenvollzug in Asten OÖ sitzen Frauen aus den aufsehenerregendsten Prozesse der Kriminalgeschichte ein. Auch eine 14-Jährige wird dort behandelt – sie soll eine Pensionistin auf einem Wiener Friedhof erstochen haben. Doch anders als die verurteilten Frauen, wartet die 14-Jährige noch auf ihren Prozess. Sie soll Angst vor der Verhandlung haben, in ihrer Zelle zittern – doch das hat bald ein Ende.
Schon nächste Woche wird das Mädchen im Justizwache-Bus nach Wien gebracht. Mittwoch um 9 Uhr beginnt im Saal 303 am Wiener Landl der Mord-Prozess über einen der wohl schrecklichsten Vorfälle der letzten Jahre.
Die Attacke am Friedhof wurde angeblich lange geplant. Die 14-Jährige soll sich mit Benzos betäubt, dann am Friedhof Baumgarten nach einem Opfer gesucht haben. Gegen 15.45 Uhr erblickte sie am 23. Februar laut Ermittlungen die 67-Jährige, die gerade vor einem Grab stand. Das Mädchen soll nicht gezögert, über 80 Mal zugestochen haben.
Danach soll die Jugendliche die Leiche mit ihrem Handy gefilmt und die Aufnahmen an mehrere Bekannte verschickt haben. Bei ihrer Festnahme fragte sie laut Ermittlern zunächst nach einer Zigarette. Ein Zeuge beschrieb die Jugendliche als "völlig emotionslos". Bei dem Prozess am Mittwoch (17.6.) wird die Angeklagte von Star-Anwältin Astrid Wagner vertreten.
Laut Gutachten war die 14-Jährige zurechnungsfähig, sie war aber wegen psychischer Probleme in einer betreuten Wohngemeinschaft untergebracht. Die Mutter soll zuvor mit den Depressionen und Selbstverletzungen ihrer Tochter nicht mehr zurechtgekommen sein.
Die Angehörigen der 14-Jährigen hoffen, dass nach der Verhandlung endlich Ruhe einkehrt. Am Mittwoch könnte aufgrund des jugendlichen Alters der Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt werden. Für die 14-Jährige gilt die Unschuldsvermutung.