Friedhofs-Verdächtige spricht

14-Jährige schmort in Einzelhaft – "Habe keine Gefühle"

Einblicke in die verstörende Welt jener 14-Jährigen, die am Montagabend eine Friedhofsbesucherin (64) erstochen hat. Das sagt die Verdächtige.
Christian Tomsits
26.02.2026, 13:55
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Das magere Mädchen mit den dichten schwarzen Haaren und vernarbten Unterarmen sieht beinahe kindlich aus. Doch ihr wird Unfassbares vorgeworfen. Sie soll am Montag "aus purer Lust am Töten" mit einem Taschenmesser eine 64-Jährige am Friedhof Baumgarten umgebracht haben – wir berichteten.

Sie spricht mit leiser Stimme, sagt: "Ich habe keine Gefühle." Bereits in der Krisen-WG war der Teenager medikamentiert worden. Sie soll oft draußen herumgestreift sein, besuchte keine Schule. Offenbar kam sie mit dem frühen Tod ihres Vaters – einem irakischen Einwanderer, der sich als Taxifahrer über Wasser gehalten hatte – nur schwer zurecht.

Auch ihre Mutter – die sie angeblich "über alles" liebt – als auch ihre zwei erwachsene Schwestern kamen mit dem zunehmend gegen sich selbst aggressiven Mädchen nicht mehr zurecht. Depressionen und Selbstverletzungen wurden immer schlimmer, sie kam in die Krisen-WG der MA11. Dort blieb sie drei Monate, sollte aber bald wieder in die Schule gehen.

"Behandlung half nicht, ich wollte töten"

"Die Behandlung hat mir nicht geholfen", behauptet sie. Und alles eskalierte schrecklich. In der Dämmerung schlich sie auf dem Friedhof umher. "Ich wollte einfach jemanden töten", habe sie sich gedacht, habe wie wild zugestochen dann das blutüberströmte Opfer sogar gefilmt. Warum, wisse sie nicht.

Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe

Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555

Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247

Rat auf Draht: 147

Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20

Polizei-Notruf: 133

Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte  >

Diese Fragen müssen jetzt wohl auch die Gutachter beantworten. Eine Gerichts-Psychiaterin soll die Verdächtige schon bald besuchen – möglicherweise dann in der forensischen Psychiatrie auf der Klinik Hietzing. Fest steht: Die 14-Jährige schmort derzeit noch auf der Krankenstation der Justizanstalt Josefstadt und steht unter Dauerüberwachung.

Star-Anwältin Astrid Wagner übernahm dem Vernehmen nach gemeinsam mit Kollegin Dominique Perl die Verteidigung des Mädchens. Wagner gab sich auf "Heute"-Anfrage zugeknöpft und wollte keine Stellungnahme abgeben.

Star-Anwältin Astrid Wagner übernahm die Verteidigung.
Denise Auer.

In ihrer Einzelzelle soll sie langsam verstehen, was geschehen ist. "Ich habe einen Blödsinn gemacht", stammelte sie nach "Heute"-Infos, dann verhängte die Richterin die U-Haft über sie. Die Unschuldsvermutung gilt.

{title && {title} } ct, {title && {title} } Akt. 26.02.2026, 16:33, 26.02.2026, 13:55
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